MI5 warnt vor neuem Terror in Nordirland

17. September 2010 | Von | Kategorie: Nordirland

Nach einer Ankündigung der Real IRA den bewaffneten Kampf wiederaufzunehmen und künftig auch Finanzmanager als Finanzierer des britischen Kapitalismus und Kolonialismus ins Visier zu nehmen hat der Generaldirektor des Britischen Geheimdienstes MI5 Jonathan Evans vor einer neuen Welle von Terroranschlägen auf britischem Boden durch Abweichler der Irisch Republikanischen Armee gewarnt. Die IRA selbst hatte 2005 das Ende des bewaffneten Kampfes erklärt.

Evans erklärte, man habe in den vergangenen drei Jahren einen ständigen Anstieg der Aktivität und Bestrebungen der nordirischen Dissidenten verzeichnet. Auch wenn die Splittergruppen der ehemaligen IRA nach Ansicht des MI5 nicht mehr in der Lage wären, den Grad an Schrecken und Gewalt verbreiten, den die IRA auf dem Höhepunkt der “Troubles” erzeugt hatte, seien sie doch eine existierende und wachsende Herausforderung für die öffentliche Sicherheit.

Der Geheimdienstchef widersprach damit einer gerade einmal drei Jahre alten Einschätzung seiner eigenen Organisation. Man habe diesen Aktivitätsanstieg nicht vorhergesehen, habe vielmehr mit einer stetigen Abnahme der Bedrohung gerechnet.

“Vielleicht haben wir den geschichtlichen Mustern zu wenig Beachtung geschenkt”, erklärte Evans gegenüber den Medien. “Diese zeigen, dass sobald sich die Hauptströmung des irischen Republikanismus politisch angepasst und sich rechtstaatlicher Politik verschrieben habe, spaltet sich eine Hardliner-Gruppe ab und führt den so genannten bewaffneten Kampf weiter.”

Letzten Endes, so Evans, hätten die republikanischen Dissidenten neben ihrem Gewaltpotential wenig zu bieten. Die Kämpfer der Real IRA verfügten über keine glaubhafte politische Strategie und verknüpften oftmals Terrorismus mit organisiertem Verbrechen, einschließlich Drogenhandel.

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