Russisches Ambulanz-Roulette

25. Oktober 2010 | Von | Kategorie: Cork, Gesundheit

Die Bestrebungen des Health Service Executive (HSE) zu Nachtzeiten fast die Hälfte seiner Ambulanzstationen zu schließen um Kosten zu senken, sind auf offenen Widerstand gestoßen. Das Management des HSE wurde beschuldigt “Mit den Leben der Menschen in Cork und Kerry russisches Roulette spielen”. Nach heftigem Protest der Gewerkschaften sollen die HSE-Vorschläge nun bei den Vermittlern der “Labour Relations Commission” diskutiert werden.

Im Juni legte der HSE mehrer Vorschläge vorgelegt, denen zufolge Ambulanzstationen auf Basis eines Rotationssystems geschlossen werden sollten, um die Bereitschaftsentgelte der Besatzungen einzusparen. Bei der Dienstleistungsgewerkschaft SIPTU geht davon aus, dass der HSE im Vorfeld der LRC Sitzungen seine Einstellung mildern wird und dass eine Übereinkunft im Rahmen der Schlichtung die ursprünglichen Vorschläge deutlich entschärfen dürfte.

Nach den bisher vorgelegten Vorschlägen würden unter der Woche nur jeweils zwei der Ambulanzbasen in Youghal, Midleton und Fermoy auf Basis eines Rotationssystems geöffnet bleiben. Eine ähnliche Lösung schwebt den Verantwortlichen für die Stationen in Clonakilty, Skibbereen, Bantry und Castletownbere vor. Von diesen vier Stationen sollen demzufolge nur zwei nachts geöffnet haben – gleiches gilt für Mallow, Kanturk, Millstreet und Macroom. Weiterhin sollen die Ambulanzen von Caherciveen und Kenmare wechselweise zu Einsätzen auf Kerrys Halbinseln ausrücken, die Retter in Listowel und Dingle sollen ebenfalls im Wechsel das jeweils andere Territorium mitabdecken.

Keinesfalls akzeptieren könne man ein derartiges Ansinnen, erklärte SIPTU-Gewerkschaftssprecher Ted Kenny. ” Wir werden im Dezember eine Anhörung beim LRC haben. Bis dahin sind eine Reihe lokaler Meetings zwischen der Gewerkschaft und dem Management geplant.” Kennys Vorstellungen für die Gespräche sind indes klar: “Soweit es uns angeht wird keine Rettungsstation nachts geschlossen werden und dabei bleiben wir!”

Die Kostensenkungs-Vorschläge der HSE hatten Empörung in der Öffentlichkeit ausgelöst. Auf Seiten der HSE hieß es dazu, man habe die Vorschläge vorgebracht, nachdem die SIPTU die Abschaffung von Bereitschaftsdiensten gefordert hatte, die Arbeitszeiten von bis zu 17 Stunden zur Folge gehabt hatten.

Bei SIPTU tritt man diesem Argument mit einer einfachen Forderung entgegen. Statt die Dienste zu beschneiden, solle man lieber mehr Sanitäter einstellen. Die SIPTU will die Kürzungen keinesfalls hinnehmen, sie gefährdeten die Rettungsteams ebenso wie die Patienten, die im Zweifelsfalle auf eine deutlich längere Anfahrt der Ambulanz warten müssten. “Wir hoffen bis Dezember eine Lösung gefunden zu haben. Wir werden dafür kämpfen, für die Menschen in Cork und Kerry einen angemessen Rettungsdienst zu behalten.

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