Cowen: "Es gibt keinen neuen Exodus"

6. November 2010 | Von | Kategorie: Politik

Ellis Island vor New York - bis 1954 die erste Station in der neuen Welt für viele Iren

Irlands Regierungschef Brian CowenCountry hat am Freitag erklärt, das Land werde nicht in die “dunkle Zeit der Massenauswanderungen” der 1950er und 1980er Jahre zurückfallen und spielte damit die im Haushalt verankerte Prognose von 45.000 Auswanderungen für das nächste Jahr herunter. Es handele sich nur um die Heimkehr einiger Ausländer und einige wenige “freiwillige” Auswanderungen.

Im Zuge der Wirtschaftskrise stehen viele arbeitslose Iren vor der Frage, wo sie sich um einen neuen Job bemühen sollen. Die “Working Abroad Expo” in der Royal Dublin Society vor einigen Wochen zog eine Vielzahl an Interessenten an, die sich nach Arbeitsmöglichkeiten in Kanada, Neuseeland, Australien und anderen Staaten umsahen. Experten sehen Irland vor einer Auswanderungswelle ähnlich der in den 50er Jahren, als sich viele Iren in Großbritannien niederließen, oder in den 80er Jahren als viele junge Iren in die USA emigrierten.

Doch laut Cowen wird es soweit nicht kommen: “Nein, wir werden nicht in diese Zeiten zurückfallen.Worüber wir hier sprechen ist die Tatsache, dass wir viele Leute haben, die nach Hause zurückkehren, weil es die Karrierechancen, deretwegen sie ursprünglich zu uns gekommen sind, nicht mehr gibt.”

Nur wenige würden, so Cowen, “freiwillig” emigrieren und einige wenige wegen des Arbeitsplatzmangels – 443.000 Menschen sind derzeit ohne Vollzeitbeschäftigung. “Dieses Jahr haben ungefähr 65.000 Menschen das Land verlassen und 30.000 sind gekommen. Es gibt also einen Fluss des Kommens und Gehens, den wir in unseren Prognose für den Vierjahresplan widerspiegeln.

Irland habe sich auch von der Rezession der 80er Jahre erholt, als die Zinssätze deutlich höher gewesen seien, als die Arbeitslosigkeit deutlich höher gewesen sei und als die Irische Wirtschaft weniger vielseitig und vom ausländischen Kapital unentdeckt gewesen sei. Auf die Frage, ob es ein “Emigrations-Problem” gäbe, wich der Taoiseach aus und erklärte, es gäbe den “Bedarf einer Nettobeschäftigungs-Lage in Irland. Der einzige Weg dorthin sei, die Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Nur so gewinne man Vertrauen zurück und die Investitionen wieder zum Fließen.

Bildnachweis: wikipedia

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