FF-Abgeordneter erklärt dem Taoiseach den Krieg

8. November 2010 | Von | Kategorie: Politik

Der rebellische Fianna Fail-Abgeordnete John McGuinness hat seinem Parteichef Taiseach Brian Cowen den Krieg erklärt und der “Klasse der Parteioffiziere” kundgetan, dass, sollten sie Cowen nicht lowerden, die Hinterbänkler im Parlament die Revolte anführen müssten. Und wie sich das für einen echten Revolutionär denkt der Dauerkritiker seiner eigenen Partei darüber nach, den Angriff selbst zu führen.

Den Taoiseach im Visier hat der partei-interne Umstürzler John McGuinness.

Der Taoiseach Brian Cowen steht schon seit Wochen in sturmgepeitschter See. Neben den Problemen des täglichen Politikgeschäfts machte er auch beim “Twittergate” keine allzu gute Figur und die Sympathien der Regierung schwinden mit jedem neuen Sparplan, der auf den Tisch kommt.

Vor einigen Tage kam dann noch das Schmierentheater um die Nicht-Wiederbesetzung eines Parlamentssitzes für Donegal, das erst ein mahnendes Wort des Obersten Gerichtshofes klären konnte und das nicht gerade für wachsendes Vertrauen des Volkes in seiner Regierung sorgte. Zuletzt tauchten nun in den Medien Fragen auf, wann, was und wieviel der Taoiseach in den Monaten vor der Rettung der Banken über den katastrophalen Zustand der Anglo Irish Bank wusste.

Im Angesicht der nun anstehenden Nachwahl in Donegal, der Haushaltsberatungen und der bevorstehenden Veröffentlichung des Vierjahresplans zur Wiederherstellung der irischen Wirtschaft orakelte John McGuinness bereits dass die Partei denselben Weg gehen könne, den einst die Fianna Fail-nahe Tageszeitung Irish Press 1995 nahm – den in den Untergang. “In meiner Zeit als kleiner Ladenbesitzer hätte ich nie gedacht, dass es einmal ein Irland ohne Irish Press geben würde. Wenn sich die Fianna Fail jetzt nicht um mehr Gewicht bemüht, wird es ihr wie der Irish Press gehen”, so McGuinness.

Nun also soll der Abschuss des Parteichefs der Fianna Fail Luft verschaffen. Angesichts der sich immer panischer gebärdenden Partei formt sich der Konsens quer durch alle Parteigliederungen, dass man mit Cowen als Spitzenkandidat vermutlich eine vernichtende Niederlage an der Wahlurne einfahren wird. In den Führungsriegen der Partei wird indes gemunkelt, dass die Partei sich nach Haushalt und Vierjahresplan das Recht verdient hätte, sich erst einmal um interne Befindlichkeiten zu kümmern – und ganz oben auf der To-Do-Liste stünde der Sturz der Parteiführung.

Bevor McGuinness selbst das Feuer auf den Regierungschef eröffnen will, hat er die Kabinettsmitglieder aufgerufen, bei der Rettung der Partei voranzugehen. Brian Lenihan, Micheal Martin und Mary Hanfin “werden ihre Glaubwürdigkeit zerstören”, wenn sie Cowen nicht bald herausfordern, so McGuinness. “Die Hinterbänkler und die Öffentlichkeit fordern den Wechsel – und wenn wir den nicht auf die einer Art und Weise erreiche, dann müssen wir einen anderen Weg einschlagen.”

Unterstützung bekommt John McGuinness vom eben zurückgetretenen Abgeordneten für Donegal Jim McDaid. Dieser erklärte, das Beste, das Fianna Fail jetzt noch tun könne, wäre Neuwahlen anzustreben um den Weg für eine Regierung mit einer breiten Mehrheit freizumachen, die dann mit dem neuen Mandat des Bürgers die wirtschaftlichen Probleme des Staates angehen könnte.

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