Polizeifan vor Gericht

9. November 2010 | Von | Kategorie: Dublin

Weil er letztes Jahr in seinem nachgemachten Polizeiauto alkoholisiert und mit überhöhter Geschwindigkeit durchs nächtliche Dublin jagte, musste sich ein 34-jähriger vor dem Dubliner Strafgericht verantworten. Die vorsitzende Richterin verurteilte den Polizeifan zu 2000 Euro Geldstrafe. Außerdem wird sich Ciaran F. in den nächsten zwei Jahren an die Rolle des Beifahrers gewöhnen müssen – Richterin Delahunt kassierte den Führerschein an Ort und Stelle ein.

Eigentlich wäre Ciaran F. gerne Polizist geworden. Im Alter von 19 Jahren bewarb er sich bei der Garda, wurde jedoch nicht zur Ausbildung angenommen. Aus jener Zeit stammt jene “ungesunde Faszination für Polizeiausrüstung” erklärte F.’s Verteidiger vor Gericht. So erwarb der junge Mann im Laufe der Jahre mehrere Streifenwagen, ebenso wie Blaulichter und Sirenen.

Mit Blaulicht und Sirene direkt auf die Anklagebank

An einem Junitag 2009 fiel dem Garda-Sergeant Paul Talon ein Kombi auf, der mit Sirene und hoher Geschwindigkeit auf ihn zukam. Talon war sich nicht sicher, ob er einen Kollegen im Einsatz vor sich hatte oder nicht, wendete und folgte dem Fahrzeug. Das andere Auto überquerte eine Kreuzung bei Rot, wechselte die Straßenseite. Fußgänger brachten sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit. Als das Fahrzeug schließlich anhielt, fand der Sergeant darin zwar Blaulichter, Funkantenne und eine Sirene, jedoch keinen Kollegen im Auto vor, sondern lediglich einen alkoholisierten Ciaran F.

Vor Gericht bekannte sich der reuige Sünder nun der Amtsanmaßung für schuldig. Er erklärte vor Gericht, er hätte “sturzbetrunken” die Sirene eingeschaltet um vor seinen Freunden anzugeben. Er bedauere die Geschehnisse und betonte, dass er keine unlauteren Absichten verfolgt habe.

Sehr zum Glück des Angeklagten zeigten sich auch die ermittelnden Beamten überzeugt, dass es sich bei der technischen Ausrüstung vor allem um eine Spielerei gehandelt habe. Nur so konnte der Angeklagte so glimpflich davonkommen. Zwei Jahre ohne Führerschein und 2000 Euro Geldstrafe lautet das vorläufige Urteil. Gegebenfalls muss der Verurteilte zusätzlich Sozialstunden ableisten.

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