Lecker aber tödlich?

25. November 2010 | Von | Kategorie: Kurios

Lecker aber tödlich? Charolas-Bullen im Stall

Für gewöhnlich geht das Duell Mensch gegen Charolais-Rind schlecht für das Rind aus und endet zumeist auf dem Teller – je nach Gusto des Genießers roh, medium oder durchgebraten. Doch die leckeren Fleischrinder geben nicht auf und schlagen zurück – immerhin sind sie für fast 50 Prozent der letzten tödlichen Bullenangriffe in Irland verantwortlich.

Sechs aus vierzehn – mit dieser Quote tödlicher Angriffe verweisen die Charolais-Bullen ihre Limousin- (3), Friesen- (2), Simmental-, Hereford und Montbeliarde- (je 1) Artgenossen eindeutig auf die Plätze. Eine entsprechende Statistik mit reichlich Zusatzinformationen legte Pat Griffin, Senior Inspector der Health and Safety Authority diese Woche auf einem Seminar zur Rinderhaltung vor.

Die Vorstellung eines “ruhigen” Bullen vierwies Griffin in seinem Vortrag ins Reich der Legende. Es gebe keine ruhigen Zuchtbullen, so der Inspektor, der auf Erfahrungen seiner Kollegen verwies. Nicht selten werde ein Bulle, der jahrelang als ruhig gegolten hatte, plötzlich wütend und greife dann auch an.

Mit fast deutscher Gründlichkeit hatten die Verfasser der Studie auch die im Hinblick auf das Handling von Nutzvieh gefährlichsten Orte eruiert. Am tödlichsten seien demzufolge die Weidegründe, wo sich 46 Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten, gefolgt vom Bauernhof mit 27 Prozent. Weitere 23 Prozent entfielen auf das Verladen der Nutztiere.

Besondere Vorsicht sollten ältere Landwirte im Umgang mit Charolais-Rindern (und allen anderen Nutztieren) walten lassen. Das zumindest lässt sich aus der von Pat Griffin präsentierten Statistik ablesen, schließlich waren 54 Prozent der getöteten Landwirte jenseits der 65 Jahre.

Die sicherste Art der Begegnung mit dem irischen Rindvieh ist also höchstwahrscheinlich – auch wenn das nicht die Schlussfolgerung von Pat Griffin und seinen Kollegen ist – das “8 oz. Irish Rump steak served with grilled tomato and chips” .

Schreibe einen Kommentar

Achtung: Mit Abgabe eines Kommentars erkläre ich mich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und meine IP-Adresse ausschließlich zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden.
Ihre Daten werden dabei mit den Daten bekannter Spamversender abgeglichen und vier Tage gespeichert, eine weitere Verwendung ihrer Daten findet nicht statt.
Weitere Informationen zur Funktionsweise von Akismet und Widerrufsmöglichkeiten..