Heisse Mahlzeiten für eingeschneite Landbewohner

8. Dezember 2010 | Von | Kategorie: Menschliches

Viele Senioren auf dem Land haben wegen des ungewöhnlich harten Wintereinbruchs keine Möglichkeit mehr, sich selber zu versorgen. Freiwillige verschiedener Nachbarschaftshilfe-Programme kümmern sich um die Alten: Egal, ob es nur um etwas Brot und Milch geht oder sogar Kohlen geliefert werden müssen, trotzen die Helfer den Naturgewalten.

Einer, der dankbaren Senioren ist der 81-jährige Murtagh Corcoran. Ihm wurden beide Hüften schon zweimal getauscht und ohne einen guten Grund wagt er sich momentan nicht auf den vereisten Weg vor seinem Haus. Er wohnt in Dromore, im County Sligo, und betont: “Dromore heisst hoher Hügel!”

Ihm zur Hilfe kommt momentan Tom Sweeny, von der Nachbarschaftshilfe “Clasp”. Die Organisation hat sich für diese Lage extra Allrad-PKWs geliehen, um etwa 90, meist ältere und abgelegen wohnende, Personen mit einer warmen Mahlzeit pro Tag zu versorgen. Aber Tom Sweeny nimmt auch schonmal die Dorfschwester in seinem robusten Gefährt mit, die sonst beispielsweise gestern zwei Neugeborene nicht hätte besuchen können.

Ähnliches leisten zur Zeit seine Kollegen von “Banada Development Agency”, ebenfalls aus dem County Sligo: Leiter Seán Owens beginnen jeden Tag mit einem Telefonrundruf bei den ungefähr 30 Nachbarn, um die sie sich kümmern. Viele dieser Hilfsbedürftigen sind ältere Männer, die einsame Gehöfte in den Ox mountains im County Sligo bewohnen.

Auch hier bringen die Freiwilligen jeden Tag warmes Essen zu den Senioren. Auf teilweise 15 cm dick vereisten Strassen bahnen sich die Allradfahrzeuge ihren Weg zu den alten Leuten. Gestern allerdings, bei minus 15 Grad, reichte nicht einmal mehr Owens Allradler aus: Ein Haus auf einem steilen Hügel konnte er nurmehr zu Fuss erreichen. Die letzte halbe Meile lief er, mit dem Essenspaket im Arm.

Manchmal müssen die Helfer aber auch die älteren Herrschaften einfach nur vor ihrem eigenen Starrsinn retten. Sie erzählen, dass die Rentner zwar bisweilen ohne Essen auskämen, aber unbedingt zur Sonntagsmesse wollten. – Und bevor sie sich auf dem Weg dorthin etwas antäten, helfen die Freiwilligen lieber auch in diesen Fällen.

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