AIB zahlt nun doch keine Boni – nach Brief von Lenihan

14. Dezember 2010 | Von | Kategorie: Politik

Die “Anglo-Irish Bank” hat sich entschlossen, eine Summe von etwa 40 Millionen Euro an Bonuszahlungen nicht auszuzahlen. Dem vorausgegangen war ein Brief an AIB von Finazminister Brian Lenihan. Gestern abend diskutierte der Vorstand der Bank über die Forderungen aus dem Brief. Lenihan hatte in dem Schreiben weitere staatliche Unterstützung davon abhängig gemacht, dass AIB keine Boni mehr auszahle. Der Finanzminister machte darin auch deutlich, dass die Bank ohne verschiedentliche Staatshilfen garnicht mehr existieren würde.

Anglo-Irish hatte bislang darauf verwiesen, durch Verträge gebunden zu sein und die Bonuszahlungen in jedem Falle leisten zu müssen. Nach dem Brief Lenihans jedoch, hat sich die Bank entschieden, die Zahlungen zu stoppen, sagte ein Sprecher von AIB. Der Vorstandsvorsitzende, David Hodgkinson, sagte: “Der Vorstand von AIB heisst die Handlungsweise des Ministers willkommen und ist erleichtert, die Boni nun doch nicht auszahlen zu müssen.” Lenihan begrüsste die Entscheidung des Vorstands daraufhin und wiederholte sein “komplettes Vertrauen” in den Vorsitzenden Hodgkinson.

Fine Gaels Vizevorsitzender James Reilly dazu: ” Es wurde auch höchste Zeit, dass Brian Lenihan auf die Empörung der Öffentlichkeit und der Opposition aufgrund dieser obszönen AIB-Boni reagiert. Eigentlich hätte die Regierung darauf bestehen müssen, dass nur der Minister Bonuszahlungen und Gehaltserhöhungen absegnen dürfte – direkt, als sie die Mehrheit an AIB erwarb.”

Bei einer Rede in Dudalk sagte Gesundheitsministerin Mary Harney: “Wenn der Fiskus dermassen grosse Summen in die AIB investiert wie jetzt, müssen die Beteiligten ihrer Verantwortung gerecht werden. Das gilt gleichermassen für das Management, den Vorstand und die Regierung.”

Letzte Woche hatte der Finanzminister bereits angekündigt, dass die Boni, die AIB noch für das Geschäftsjahr 2008 zuletzt ausgezahlt hatte, mit 90 Prozent Steuern belegt würden. Es geht dabei um mehrere zehn Millionen Euro. Der AIB-Vorstandsvorsitzende sagte dazu, diese letzten Zahlungen repräsentierten die Vergangenheit von AIB, nicht, wie man in Zukunft weiter wirtschaften wolle.

Bildnachweis: flickr (by Joe Higgins)

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