Postleitzahlen für Irland

4. Januar 2011 | Von | Kategorie: Politik

Wenn es nach dem Willen der irischen Regierung geht, läuft die Zeit ohne Postleitzahlen in Irland spätestens zum Jahresende 2011 ab. Auf der letzten Kabinettssitzung beschloss das Kabinett die Ausschreibung für die Einführung eines Postleitzahlensystems. Bis zum Juli soll das Projekt, das auf maximal 15 Millionen Euro veranschlagt wird, vergeben werden, bestätigte Kommunikationsminister Eamon Ryan. Von der Einführung erhofft sich die Regierung deutliche Einsparungen und höhere Effizienz im Postwesen.

Bis zum heutigen Tag ist Irland – mit der Ausnahme des Stadtgebiets von Dublin – das einzige europäische, ja sogar das einzige OECD-Land ohne landesweites Postleitzahlensystem. Das soll sich nun mit dem neuen System ändern, so Minister Ryan. Als wichtigste Eigenschaften der vermutlich alphanumerischen Codes nennt er “Merkbarkeit”, das heisst das Orte anhand bestimmter Initialen, ähnlich der KFZ-Zulassungen, identifizierbar werden.

Als einer der größten Streitpunkte hat sich kabinettsintern bisher die Frage herausgestellt, ob für die künftigen Postcodes die irischen oder die englischen Ortsnamen herangezogen werden sollten. Die Nase vorn haben derzeit die irischsprachigen Ortsnamen, so Ryan, doch endgültige Klarheit wird erst das endgültige System im Herbst bringen.

Bildnachweis: wikipedia

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3 Kommentare auf "Postleitzahlen für Irland"

  1. Bernd Biege sagt:

    Hmmmm … Irisch oder Englisch? Wenn es ernsthaft um “Merkbarkeit” geht, dann sollte man die von der Masse der Bevölkerung merkbare Version nehmen, und damit schlicht die englische. Oder man konstruiert wieder so ein hanebüchenes Mischsystem wie bei den Zulassungen. Die haben bekanntlich englische Abkürzungen unter irischen Vollnamen (… von denen einer vollkommen falsch, aber gesetzlich vorgeschrieben, ist).

    Eine kostensparende und zukunftsweisende Alternative wäre die Übernahme des Loc8-Codes … siehe http://www.loc8.ie

    • admin sagt:

      Das wäre in der Tat vor allem eine Kosten sparende Alternative. 15 Millionen sind angesichts leerer Taschen halt auch eine Menge Holz. Andererseits wäre ein (ohne Computer oder Nachschlagewerk) nachvollziehbares System auch kein Nachteil. Dann könnte man ohne konkrete Zahl im Kopf halt zumindest die Region angeben… Insofern ist die Idee mit den Autokennzeichen auch nicht (ganz) doof, aber für Irland mit seinen gerade mal 26 Countys zu großteilig.

  2. Bernd Biege sagt:

    Ein “Nachteil” wäre ein lesbares System sicher nicht – aber die echten Nutzer der PLZ würden auf dieses verzichten können. In den USA, in Deutschland gar, sind die PLZs auch nicht “lesbar”, um Oma Puvogels Haus zu finden. Das kann man nur etwa im UK. Aber dazu muss der Schotte z.B. estmal wissen, dass TQ für Torquay steht. Aber dass TQ3 1EX dann genau den Duchy Drive im benachbarten Paignton bezeichnet …

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