Irische Leuchttürme haben ausgetutet

10. Januar 2011 | Von | Kategorie: Verkehr

Irische Bootsführer hadern mit der Entscheidung der irischen Leuchtturmkommission ab morgen die Nebelhörner der irischen Leuchtürme für immer schweigen zu lassen. Die Nebelhörner seien von der modernen Technik überholt worden und ohnehin kein Navigationsmittel, argumentiert die Kommission. Berufs- und Hobbyskipper halten dagegen und verweisen auf die vielen kleinen Boote ohne Hightechausrüstung oder die Möglichkeit eines Stromausfalls an Bord.

Wird Fährpassagiere künftig nur noch optisch willkommen heißen: Tuskar Rock Lighthouse südlich von Rosslare Harbour

Im Verlauf der letzten 20 Jahre waren bereits einige Nebelhörner stillgelegt worden, die letzten sollen nun am Dienstag folgen. Neun der morgen verstummenden Hörner unterstehen direkt der Leuchtturmkommission, der Rest wird von lokalen Hafenbehörden unterhalten. Direkt unterstehen der Kommission die Hörner auf Fastnet, auf dem Old Head of Kinsale, Roches Point und Ballycotton an der Küste des County Cork, Hook Head und Tuskar Rock im County Wexford, Kish Tower vor der Bucht von Dublin, Dundalk, County Louth und St. John’s Point in County Down.

Captain Kieran O’Higgins von der irischen Leuchtturmkommission betonte, man habe die irischen Seeleute bereits im vergangenen September von der bevorstehenden Maßnahme informiert. Man habe sich vor allem wegen der rasanten technologischen Fortschritte in der Seefahrt zu dem Schritt entschlossen, insbesondere da die Nebelsignale “keine Hilfe bei der Navigation” seien.

Das sehen nicht alle so. Kapitän Michael Coleman ist der Meinung die Mitteilung sei nicht angemessen verbreitet worden. Dazu käme, dass viele Besitzer kleinerer Boote ohne elektronische Navigationshilfen sich für eine sichere Fahrt im dichten Nebelsaid durchaus am Klang der Nebelhörner orientieren könnten und selbst größere Schiffe mit Satellitennavigation könnten im Falle eines Stromausfalls in eine gefährliche Situation geraten.

Ebbie Sheehan, Vorsitzender der Irish Fishermen’s Organisation räumt ein, dass die meisten Fischerboote wohl wirklich auf die akustischen Signale verzichten könnten, hätten diese doch “jede Menge elektronischer Hilfsmittel” an Bord. “Wenn Du aber andererseits ein Problem mit diesen Hilfsmitteln hast und in dichtem Nebel von Westen auf Castletownbere zufährst und dann hörst Du das Nebelhorn auf dem Bull Rock im Südosten, dann weißt Du, dass Du nördlich davon und in Sicherheit bist.”

Da fachkundige Einwände aber noch selten irgendwelche Kommissionen auf der Welt von gefassten Entschlüssen abgebracht haben, muss davon ausgegangen werden, dass die irischen Nebelhörner am Dienstag endgültig verstummen. Darum hier noch eine kleine Impression vom Nebelhorn des Roches Point Lighthouse im County Cork:

Bildnachweis: wikipedia

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