Schwules Paar schließt erste gleichgeschlechtliche “Ehe” Irlands

18. Januar 2011 | Von | Kategorie: Gesellschaft

Seit 1. Januar können gleichgeschlechtliche Paare in Irland ihre Lebenspartnerschaft eintragen lassen.

Glenn Cunningham und Adriano Vilar haben gesellschaftliche Geschichte geschrieben, als sie als erstes homosexuelles Paar Irlands ihre Lebensgemeinschaft standesamtlich eintragen und besiegeln ließen. Durch die Eintragung sind gleichgeschlechtliche Paare in dem meisten Rechtsbereichen der herkömmlichen Lebenspartnerschaft gleichgestellt. Möglich ist die eingetragene Lebenspartnerschaft in Irland seit 1. Januar 2011 als Folge des im letzten Jahr verabschiedeten Civil Partnership and Certain Rights and Obligations of Cohabitants Act.

 

Normalerweise ist für derartige Verwaltungsakte in Irland eine Wartezeit von drei Monaten üblich. Da die beiden Partner ihre Gemeinschaft schon im vergangenen Jahr in Nordirland hatten eintragen lassen, konnte die Verbindung in der Republik nun schon früher eingetragen werden.

Einziger Haken im Falle von Cunningham und Vilar war das Studentenvisum von Adriano, das bei den irischen Beamten kurzfristig für Verwirrung unter den mit schwulen Ehen bisher unerfahrenen irischen Beamten sorgte.
“Zuerst wussten die Beamten nicht, was sie tun mussten, sie hatten ja noch nie mit einer rechtlich verbindlichen schwulen Ehe zu tun gehabt”, erinnert sich Glenn. “Am Ende kamen die Beamten zurück und sagten ‘Herzlichen Glückwunsch – Sie sind das erste Paar, das in Irland seine Lebenspartnerschaft eintragen lässt.’ Wir waren völlig überrascht – wir konnten es nicht glauben!”

Auch bei den Schwulen- und Lesbenorganisationen ist die Freude groß. “Das ist ein neuer Morgen für lesbische und schwule Paare,” betont Kieran Rose vom Gay and Lesbian Equality Network (Glen). “Eingetragene Partnerschaften eröffnen eine ganz neue Vision für deren Beziehungen und Leben und schaffen ein rechtliches Rahmenwerk für eine sicherere Zukunft.”

Neben der rechtlichen Absicherung bringt die Eintragung für Glenn Cunningham und Adriano Vilar wirtschaftliche Sicherheit. Vilar, der in Brasilien als Manager bei Noia gearbeitet hatte, konnte in Irland aufgrund von Visumsbeschränkungen nur begrenzte Stundenzahlen arbeiten. “Jetzt kann er Vollzeit arbeiten und einen zu seinen Qualifikationen passenden Job finden.”

Bildnachweis: istockphoto.com

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