Fine Gael und Labour auf der Zielgerade?

1. Februar 2011 | Von | Kategorie: Politik

Auch wenn der neu gewählte Fianna Fáil (FF) Vositzende Micheal Martin die leichte Erholung seiner Partei in den Wahlumfragen als “Wendepunkt” im Wahlkampf 2011 bezeichnet, deuten die Zahlen derzeit auf eine Regierungskoalition aus Fine Gael und Labour, vereinen diese doch derzeit zusammen über 50 Prozent der Wählerstimmen auf sich, während die FF immer noch bei 16 Prozent dümpelt.

Wird er der nächste Taoiseach? Enda Kenny, Parteichef der Fine Gael

Fine Gael-Parteichef Enda Kenny will sich indes nicht an Spekulationen beteiligen, ob seine Partei noch die absolute Mehrheit erreichen könnte. “Wir haben in den letzten Wahlen beständig gute Ergebnisse eingefahren und gute Fortschritte erzielt. Wir werden um jede Stimme und jeden Sitz kämpfen, weil wir glaube, dass wir den besten Plan und das beste Team haben”, gab sich der Parteichef kämpferisch.

Eine deutliche Absage erteilte Kenny einem Vorschlag des FF-Chefs Martin, der angedeutet hatte, seine Partei würde eine Minderheitenregierung der FG stützen. “Ich frage mich, warum er das gesagt hat,” wunderte sich Kenny. “Ich kann keine Umstände erkennen, unter denen Fine Gael mit Fianna Fáil eine Vereinbarung mit der Fianna Fáil eingehen würde.”

Labour Chef Eamon Gilmore sieht die Wahl immer noch als offenes Rennen und sich als möglichen Taoiseach eine Labour-Fine Gael-Koalition. “Das wird eine Wahl, wie sie dieses Land noch nie zuvor gesehen hat und Traditionen und Statistiken sind kein Hinweis, was am Wahltag passieren wird,” betonte Gilmore. “Unser Ziel ist es, für eine Labour-geführte Regierung einzutreten.”

Der Neuling in der Runde der großen Parteien, Fianna Fáil-Chef Micheal Martin sieht sich und seine Partei auf einem guten Weg, der Kampf zurück zur Wählergunst habe begonnen. “Es wird eine lange Reise, 16 Prozent sind aus unserer Sicht einfach nicht genug,” so Martin. “Wir gehen als Underdogs in diesen Wahlkampf, darüber gibt es keine Zweifel. Die Herausforderung für uns wird sein, den Glauben und das Vertrauen der Menschen in Fianna Fáil zu erneuern.”

Inzwischen hat Micheal Martin sein Schattenkabinett vorgestellt, mit dem die Fianna Fáil um die Wählergunst streiten will. 14 der insgesamt 21 möglichen Kabinettsmitglieder sind Neulinge in diesen Höhen der politischen Arbeit, sieben hatten schon Ministerämter inne.

Stellvertretende Regierungschefin und Sprecherin für Umweltfragen soll Mary Hanafin werden, das Finanzminsterium bleibt nach Martins Willen beim bisherigen Amtsinhaber Brian Lenihan. Das Justizresort soll John Curran übernehmen, ins Außenamt wird im Falle eines Wahlerfolgs Peter Power einziehen. Die Verantwortung für Gesundheit und Kinder wird Barry Andrews übernehmen, Mary Coughlan wird Erziehungsministerin. Im Sozialministerium bleibt wie im Finanzminsterium alles beim Alten und Eamon O Cuiv auf seinem Sessel. Für Beschäftigung und Innovation wird Dara Calleary verantwortlich zeichnen, während Brendan Smith das Landwirtschafts- und Fischereiministerium übernehmen soll.

Marc McSharry ist designierter Tourismusminister, Niall Collins Verteidigungsminister und Pat Cares soll sich nach einem eventuellen Wahlsieg um die Themen Gleichstellung und Gaeltachten kümmern. Das Resort für Kommunikation, Energie und natürliche Ressourcen geht nach Martins Plänen an Willie o’Dea und das Transportministerium Billy Kelleher.

Ob man diese Minister wirklich jemals auf der Regierungsbank sehen wird und ob ddas Festhalten an einem Brian Lenihan als Finanzminister ein weiser Entschluss war, das werden die kommenden Umfragen und vor allem der Wahltag zeigen.

Bildnachweis: wikipedia

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