Warmer Geldregen versüßt Cowen den Abgang

1. Februar 2011 | Von | Kategorie: Politik

Es wird ein weicher Fall. Mit einer Abfindung von 300.000 Euro im Gepäck tritt Brian Cowen als erster amtierender Taoiseach nicht mehr zu einer Parlamentswahl an und gleichzeitig von der politischen Bühne ab. Gestern abend verkündete der scheidende, glücklose Premier seine Entscheidung und hinterlässt seinem Nachfolger im Amt des Parteichefs Micheal Martin nun die schwere Aufgabe, binnen kürzester Zeit einen neuen Kandidaten zu nominieren.

Brian Cowen bei einem seiner letzten Auftritte als Taoiseach

Als Brian Cowen gestern vor die Presse trat, gab es bereits erste Anzeichen für den Inhalt seines Statements. In seinem Heimatcounty Offaly gab Cowen bekannt, dass er nicht vorhabe, nochmals zur Wahl anzutreten. “Nach dem ich die Situation in den letzten Tagen mit einer Familie, engen Kollegen und Freunden beraten habe, habe ich beschlossen, in der kommenden Wahl nicht mehr als Kandidat für den Wahlkreis Laois-Offaly anzutreten.

Obwohl ich mir der Unterstützung der Fianna Fáil von Laois-Offaly bewusst bin, haben sie mir auch klar gemacht, dass die Entscheidung alleine bei mir und meiner Familie läge und man meine Entscheidung respektieren werden”, erklärte Cowen in der auf Irisch und Englisch gehaltenen Erklärung vor der Presse.

Am heutigen Nachmittag wird Cowen bei Präsidentin Mary McAleese die Auflösung des Dail beantragen und ein Datum für die Neuwahlen bekannt geben. Dabei hat der Taoiseach einen verfassungsgemäßen Spielraum zwischen Freitag, 25. Februar und Mittwoch, 2. März, eine Option, die Cowens Partei ein paar Tage mehr zu Aufholen gegenüber den Wettbewerbern ermöglichen würde. Insgesamt stellen sich mit Brian Cowen 20 Fianna Fáil-Abgeordnete bei den kommenden Neuwahlen nicht mehr dem Votum der Bürger.

Dem scheidenden Premier wird der Abschied leicht fallen. Brian Cowen hat nach 27 Jahren im Dail Anspruch auf eine Abgeordnetenpension in Höhe von 50.000 Euro pro Jahr sowie eine Ministerpension auf Basis der Bezüge des Taoiseachs von rund 100.000 Euro, zusammen also in etwa 150.000 Euro pro Jahr. Dazu kommen eine Einmalzahlung ebenfalls in Höhe von circa 150.000 Euro, eine weitere einmalige, steuerfreie Pensionszahlung in selber Höhe sowie eine Abschlusszahlung von rund 16.000 Euro. Summa summarum klimpern also bald über 300.000 Euro in Cowens Privatschatulle. Neben den finanziellen Ansprüchen stehen Cowen als ehemaligem Taoiseach ein Auto mit einem von der Garda gestellten Fahrer zu.

Nach dem Abtritt des Taoiseach wird allgemein erwartet, dass sein Bruder Barry Cowen an seiner Stelle als Kandidat antreten wird. Doch sollen statt bisher drei Kandidaten nur mehr zwei für den Wahlkreis Laois-Offaly antreten, also einer pro County – was die Partei als erfolgversprechender ansieht.

Cowens Nachfolger als Parteichef Micheal Martin sprach dem scheidenden Taoiseach seinen Dank für die geleisteten Dienste als Abgeordneter und Premierminister aus.

Bildnachweis: merrionstreet.ie

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