Wahlprognosen: Fianna Fáil schafft die Trendwende nicht

3. Februar 2011 | Von | Kategorie: Politik

Die Hoffnung von Fianna Fáil-Parteichef Micheal Martin die Trendwende im Kampf um die Gunst der Wähler sei geschafft, hat sich nicht bestätigt. Nach einer gemeinsamen Umfrage der Irish Times und des Meinungsforschungsinstituts ipsos geht es für die Partei von Brian Cowen weniger um den Wahlsieg, als vielmehr ums schiere Überleben. Es ist ein Kampf vor dem zumindest vorläufigen Abrutschen in die politische Bedeutungslosigkeit.

Nur noch drittstärkste Kraft hinter Fine Gael und Labour, der Spitzenkandidat und langgediente Parlamentarier schmeißen hin – Micheal Martin steht vor einem Scherbenhaufen, den zu kitten es bis zur Wahl eines Supermanns bedürfte – der ist aber nicht in Sicht. Selbst die Wahl Martins zum neuen Vorsitzenden und die Vorstellung eines verjüngten Schattenkabinetts für die Wahlen konnte die steten Verluste in den Umfragen nicht stoppen.

Nur 24 Prozent der Wähler zeigte sich nach der Wahl von Martin eher geneigt, sein Kreuzchen bei der Fianna Fáil zu machen, 63 Prozent zeigten sich jedoch unbeeindruckt und neun Prozent waren nach Cowens Abgang sogar weniger geneigt, der taumelnden Fianna Fáil ihre Stimme zu geben. Lediglich unter den Stammwählern gab es nach Martins Wahl einen Stimmungsumschwung, 54 Prozent tendierten hier wieder zu einer Stimme fürs eigene Lager. Landesweit liegt die Fianna Fáil derzeit bei 15 Prozent, was das Ziel in jedem Wahlkreis einen Sitz zu holen in weite, weite Ferne rücken lässt.

Stattdessen steht die Fine Gael vor dem größten Erfolg der Parteigeschichte. Erstmals stärkste Partei im Lande wird die Truppe von Enda Kenny den neuesten Demoskopenaussagen zufolge wohl am 25. Februar die meisten Sitze im Dail erhalten – deutlich mehr als alle anderen Parteien. Insofern bestätigen schon frühere Analysen, die von einer umwälzenden Wahl für Irland sprachen, die die seit fast 80 Jahren herrschenden Verhältnisse im Verhältnis der drei größten Parteien auf den Kopf stellen könnte.

Ebenfalls vor den besten Ergebnisse ihrer Parteigeschichte steht die Labour Party und auch Sinn Fein erwartet die höchsten Stimmanteile seit 1923.

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2 Kommentare auf "Wahlprognosen: Fianna Fáil schafft die Trendwende nicht"

  1. Der Wanderer sagt:

    Es wird keine “Umwälzung” mit Fine Gael geben. FG unterscheidet sich programmatisch kaum von Fianna Fail und ist für den Absturz des Landes mit verantwortlich. In vielen Regionalverwaltungen gaben Fine Gael-Mehrheiten in den Keltentigerjahren den Ton an. Spannend wird sein, wieviele “Unabhängige” nach dem Wahltag 25. Februar ins neue Parlament einziehen und welchen Hintergrund sie haben. Gruß aus irland, Markus.

  2. admin sagt:

    Hallo Markus,
    ich gehe auch nicht davon aus, dass sich viel ändern wird. “Umwälzung” war nicht im Sinne politischer Inhalte zu verstehen, sondern einzig und alleine auf die Mehrheitsverhältnisse der Parteien. Fianna Fáil ist erstmals seit 1932 nicht stärkste Partei, Sinn Fein erwartet das beste Ergebnis seit 1923. DAS meine ich mit Umwälzung. Dass das alles in der Bilanz eine Frage von Not gegen Elend ist, ist mir auch klar.

    Ich persönlich würde mir ja als erstes das Wahlsystem und die “Vererbung” von Parlamentsmandaten angehen, aber mich fragt ja keiner ;-)

    Danke für Deine Anmerkungen
    Gruß
    Tom

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