Krankenhaus in Limerick am Rande der Leistungsfähigkeit

4. Februar 2011 | Von | Kategorie: Gesundheit, Limerick

Nach den einsparungsbedingten Schließungen kleinerer regionaler Krankenhäuser im Umland kann das Mid-Western Regional Hospital in Limerick den Ansturm der Patienten nicht mehr bewältigen. Der Verwaltungsrat der Krankenhauses hat jetzt in einer scharf formulierten Stellungnahme auf die Missstände hingewiesen und eine zu geringen Bettenzahl sowie das Fehlen von ausreichend medizinischem Personal angeprangert.

Mid-Western Regional Hospital

In ihrem Schreiben unterstützen die Mitglieder des Verwaltungsrates zwar grundsätzlich eine Restrukturierung der medizinischen Versorgung, kritisieren aber zugleich das offensichtliche Fehlen von Patientenbetten, die zusätzlich durch die Überweisung schwerkranker Patienten aus den Krankenhäusern von Ennis, Nenagh und dem St.John’s Hospital Limerick an das Mid-Western Hospital verschärft werde.

“Es gibt am Mid-Western Hospital nicht genügend Betten. Es gibt außerdem Defizite bei wesentlichen Elementen der Versorgung wie der personellen Ausstattung und der Infrastruktur in der Notaufnahme und der Radiologie. Außerdem steht die Intensivstation unter enormer Belastung, die Absage geplanter Operationen wegen Bettenknappheit ist schon ein Routinefall,” heißt es in dem Brandbrief, in dem auch weitere Investitionen gefordert werden. Von einer Erweiterung der Bettenkapazität um mindestens 60 Betten ist da unter anderem die Rede, um in Ennis und Nenagh gestrichene Intensivbetten ersetzen zu können. “Restrukturierungen sollten sinnvoll durchgeführt werden,” heißt es weiter an die Adresse der verantwortlichen Health Service Executive (HSE), “und nicht ausschließlich zur Kostensenkung und Personalreduzierung dienen.”

Die Verwaltungsräte des Krankenhauses stehen mit ihrer Klage nicht alleine. Auch die Irische Schwestern- und Hebammenorganisation beschwerte sich Anfang der Woche über die Überbelegung der Notaufnahme, die so extrem sei, dass man Zusatzbetten habe aufstellen müssen, um mit der großen Zahl an Baby fertigzuwerden, die auf Aufnahme ins Krankenhaus warteten.

Die Notwendigkeit für eine Erweiterung der Kapazitäten soll schon in einem Bericht aus dem Jahr 2008 festgestellt worden sein. 135 Betten wurden damals für das Krankenhaus als notwendig erachtet, geschehen ist indes nichts. Im Gegenteil, die Gesamtzahl der Betten in der Region wurde zurückgefahren.

Sollte weitere Intensiversorgung von Ennis und Nenagh nach Limerick verlegt werden, warnt der Verwaltungsrat des Krankenhauses, würde das den Druck auf das Haus weiter erhöhen, das ohnehin schon weit über 100 Prozent seiner Kapazität agiere. An den HSE appelierte man, die Restrukturierungen verantwortungsvoll und nicht nur im Hinblick auf Kostensenkungen durchzuführen.

Von Seiten des HSE hieß es, man begrüße das Bekenntnis zur Restrukturierung der medizinischen Versorgung,bedaure aber, dass das Schreiben nicht die Entwicklungen und deutlichen Investitionen seit 2009 in ihrer Gänze widerspiegele.

Bildnachweis: croom.wordpress.com

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Ein Kommentar auf "Krankenhaus in Limerick am Rande der Leistungsfähigkeit"

  1. [...] noch vor drei Monaten wegen Überlastung und mangelnder Kapazitäten von sich reden gemacht hatte (Gaelnet.de berichtete), werden nun Befürchtungen laut, Ärztemangel könnte ab Juli zu einer nächtlichen Schließung [...]

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