Irland zittert sich zum ersten Sieg

7. Februar 2011 | Von | Kategorie: Sport

Man kann nur hoffen, dass die irische Rugby-Nationalmannschaft der Glücksgöttin und vor allem ihrem Mitspieler Ronan o’Gara nach dem Match gegen Italien ein großes Extra-Pint Guinness spendierten. Den ohne die kräftige Hilfe der ersteren und dem entschlossenen Kick von o’Gara hätte die Shamrock-Truppe eine peinliche Niederlage gegen die Azzuri hinnehmen müssen, die kurz vor Spielende mit einem schön herausgespielten Versuch die irische Defensive düpiert und die Iren mit 11:10 überholt hatten.

Der irische Teamkapitän Brian o'Driscoll im Zweikampf mit seinem italienischen Gegenpart Luke McLean

12 Ausfälle hatte der irische Trainer mit seinem Kader auffangen müssen und so war es kein Wunder, dass das das Team von der grünen Insel in den ersten Minuten des Matches sichtbar die Harmonie im Spiel vermissen ließ. Zahlreiche Vorwürfe führten zu Ballverlusten, die linke Hälfte des irischen Gedränges konnte dem Druck der italienischen Gegenüber nicht standhalten und brach wiederholte Male ein. Die Konsequenz war Raumverlust und immer wieder Strafkicks für die Italiener, von denen der italienische Wunderkicker Mirco Bergamasco einen in der sechsten Spielminute zur 3 : 0 Führung verwandelte.

Einen Rückschlag musste das Angriffsspiel der Italiener durch den Ausfall des Gedrängehalbs Edoardo Gori verkraften, der aufgrund einer Verletzung das Feld verlassen musste. In der Folge drehten die Iren auf und fanden besser zu ihrem Spiel, wenn auch die technischen Unsauberkeiten blieben. Den Iren gelangen etliche schöne Läufe und sie arbeiteten sich vielversprechende Chancen heraus, doch nicht nur einmal wurde der Ball kurz vor der Endzone durch Schusseligkeit verloren. In der 27. Minute konnte der irische Kicker einen Strafkick zum Ausgleich nutzen und den Iren im Aufholkampf etwas Luft verschaffen. Doch kurz vor der Halbzeit mussten die Iren die abermalige Führung durch die Italiener hinnehmen. Bergamasco hatte wieder zugeschlagen. Strafkick, 6 : 3, Halbzeit!

Ob es in der Halbzeitpause nun einen kräftigen Anpfiff von Trainer Declan Kidney gab oder sich die Mannschaft selbst am Riemen riss, die Iren kamen mit neuem Schwung aus der Kabine zurück. Nach wenigen Minuten eroberten die Iren nach einem italienischen Einwurf den Ball und standen alsbald in der italienischen 22-yard-Zone. Mannschaftskapitän Brian o’Driscoll nutzte eine Lücke in der Deckung der Italiener und landete einen Versuch, Kicker Jonathan Sexton erhöhte auf 6:10.

Kurz nach dem Befreiungsschlag des irischen Teams tauchten die grünen Mannen schon wieder vor der italienischen Malzone auf, doch d’Arcy ließ den Ball durch die Finger gleiten. Nach dem fuminanten Auftakt der Iren machte sich die wachsende Nervosität der Italiener in Ballverlusten und Schusseligkeiten bemerkbar.

In der Schlussphase nahmen die Azzuri nochmals alle Konzentration zusammen und setzten zum Angriff auf das irische Malfeld an. Mehrere Angriffe konnten die Iren abwehren, bevor der australischstämmige Kapitän der Italiener mit dem Ball ins Malfeld tauchte. 11:10. Die Iren standen unter Schock, der nur wenig durch den verfehlten Erhöhungskick vom Mirco Bergamasco gelindert wurde.

Das Aufatmen für die Iren kam weniger als zwei Minuten nach dem Rückstands-Schock, als die mit dem Mut der Verzweiflung anstürmenden Iren den Ball zu Ronan o’Gara passten, der rund 25 Meter mittig vor dem Tor stehend einen Dropkick zwischen die Torstangen drosch und das Schicksal Rugby-Italiens besiegelte.

Sehr erleichtert aber auch zerknirscht zeigte sich Irlands Kapitän o’Driscoll, als er nach dem Schlusspfiff die Bilanz eines durchwachsenen Matches zog: ” Je mehr die Italiener ins Spiel kamen, eine umso größere Bedrohung wurden sie. Wir konnten sie nicht ausschalten und wir haben den Ball fünf Meter vor dem Malfeld vertändelt. Solche Fehler dürfen in einem Länderspiel nicht vorkommen, man darf sich sowas nicht erlauben.”

Selbstkritisch analysierte o’Driscoll das Geheimnis des irischen Sieges: “Es war unsere große Leistung ins Spiel zurückzufinden. Wir brauchten das Dropgoal und wir haben es bekommen. Wir haben viele untypische Fehler gemacht, man kann mit einer unterdurchschnittlichen Leistung verlieren und man kann mit einer unterdurchschnittlichen Leistung gewinnen. Wir hatten das Glück zu gewinnen, aber es gibt noch viel zu tun.”

In seinem nächsten Match trifft das irische Team im Dubliner Aviva Stadion am 13. Februar auf die Mannschaft aus Frankreich. Ankick ist um 15 Uhr. Das Spiel wird zwischen 15.55 und 17.40 Uhr Uhr live auf dem TV-Sender Sport 1+ übertragen.

Spielstatistik:

Aufstellung Italien:
Luke McLean, Andrea Masi, Gonzalo Canale, Alberto Sgarbi (Gonzalo Garcia, 69. Minute), Mirco Bergamasco, Kistopher Burton (Luciano Orquera, 71.), Edoardo Gori (Pablo Canavosio, 10.), Salvatore Perugini (Andrea LoCicero, 36.-40. & 64.), Leonardo Ghiraldini (Fabio Ongaro, 64.), Martin Castrogiovanni, Santiago Dellape (Carlo Del Fava, 54.), Quintin Geldenhuys, Josh Sole (Valerio Bernabo, 50.), Sergio Parisse (Kapitän), Alessandro Zanni

Aufstellung Irland: Luke Fitzgerald, Fergus McFadden, Brian o’Driscoll (Kapitän), Gordon d’Arcy (P. Wallace, 76. Minute), Keith Earls, Jonathan Sexton (Ronan o’Gara, 65.) , Tomas o’Leary (Eoin Reddan, 63.), Cian Healy (T.Court, 76.), Rory Best (Sean Cronin, 76.), Mike Ross, Donncha o’Callaghan, Paul o’Connell (Leo Cullen, 73.), Denis Leamy, Sean o’Brien, David Wallace

Schiedsrichter: Romain Poite (Frankreich).

Besucher: 28.000

Scorer Italien:
Versuche: Luke McLean
Strafkicks: Mirco Bergamasco (2)

Scorer Irland:
Versuche: Brian o’Driscoll
Erhöhung: Jonathan Sexton
Strafkicks: Jonathan Sexton
Drop Goal: Ronan o’Gara

Bildnachweis: flickr.com / Giorgio Cefaro

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