Rezession lässt Müllberge schrumpfen

8. Februar 2011 | Von | Kategorie: Umwelt

Die Wirtschaft schrumpft – und die Müllmenge schrumpft mit: Der neuste Report der Umweltschutz-Behörde ‘EPA’  zeigt einen Rückgang von über acht Prozent für das Jahr 2009. Bereits 2008, zu Beginn der Krise, war Abfall fünf Prozent weniger geworden. Die Abnahme verläuft parallel zum geringeren Bruttoinlandsprodukt und zögerlichem Konsum der verunsicherten Bürger. Dies ist besonders bemerkenswert, da die Bevölkerung im selben Zeitraum zugenommen hatte.

Der positive Nebeneffekt der Krise: Irland ist im Augenblick auf guten Kurs, was die Erfüllung seiner Pflichten gemäss der EU-Richtlinien zu verrottbarem Hausmüll angeht. Beim Recycling von Verpackungen ist Irland momentan sogar den Vorschriften der EU vorraus – statt der geforderten 60 werden in Irland 70 Prozent der Verpackungen wieder- bzw. weiterverwertet.

Getrennt nach den Verursachern des Mülls, ist der Rückgang durchaus sehr differenziert. Während die Haushalte nur drei Prozent weniger Abfall verursachten, reduzierte die Wirtschaft insgesamt die Menge um zwölf Prozent. Extrem geschrumpft ist – passend zur Immobilienkrise – der Bauschutt: 62 Prozent brach das Aufkommen hier ein.

Die Direktorin der EPA, Laura Burke, kommentiert den Rückgang der Abfallberge so: “Natürlich freuen wir uns über die Reduktion des Müllaufkommens, aber wir müssen gleichzeitig die Verbesserung der Effizienz im Ressourcenverbrauch im Auge behalten, um beim nächsten Wirtschaftsaufschwung nicht mit denselben Problemen wie vorher dazustehen.” Wichtig sei dies auch, da die jährlich härter werdenden EU-Richtlinien zur Müllvermeidung Irland so oder so noch schwierige Hausaufgaben aufgeben werden.

An anderer Stelle ist man nicht so glücklich über den “Müllmangel”: Noch vor zwei Jahren hatte zum der Stadtrat Dublins die Müllverbrennungsanlage Poolbeg verteidigt, da ein Gutachten eine Vermehrung der Müllmenge von vier Prozent pro Jahr bis 2025 vorraussagte. Inzwischen fürchtet man sogar, Konventionalstrafe zahlen zu müssen, da vielleicht nicht genug Müll angeliefert werden kann. Der Vertrag der Stadt Dublin mit dem Betreiber ‘Covanta’ wird momentan schon von der Wettbewerbsaufsicht untersucht.

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