Nach 30 Jahren: Angehörige der Stardust-Opfer kämpfen noch immer für ihr Recht

14. Februar 2011 | Von | Kategorie: Dublin, Geschichte, Menschliches, Polizeibericht

Zum Gedenken an den verheerende Discothekenbrand von 1981, der damals 48 Todesopfer und über 200 Verletzte forderte, wollen Angehörige am Valentinstag eine Kerzenwache abhalten. Gleichzeitig haben Sie angekündigt ihre Kampagne für Gerechtigkeit für die Opfer und deren Familie wieder verstärken zu wollen. Am Ort der Katastrophe sollen in der Zukunft Wohnhäuser und ein Hotel entstehen.

Hinter dieser Fassade spielten sich 1981 dramatischen Szenen ab.

Es war wohl die schlimmste Brandkatastrophe in der irischen Geschichte. Am Valentinstag 1981 brach in der Diskothek “Stardust” in Artane, einem nordöstlichen Stadtteil von Dublin vermutlich durch einen elektrischen Defekt ein Feuer aus, das rasch um sich griff. Unter den über 800 Discogästen brach eine Panik aus, versperrte bzw. verstellte Notausgänge vollendeten das Chaos und hatten maßgeblichen Anteil an der hohen Opferzahl.

Eine Untersuchungskommission kam im Anschluss an das Unglück zum mittlerweile nachgewiesenermaßen als falsch erkannten Schluss, Brandstiftung sei der Auslöser für die Katastrophe gewesen. Die Konsequenz: die Inhaber des Stardust wurden mit über 500.000 Pfund entschädigt, die Familien der Opfer gingen leer aus, obschon diese über die Jahre in zahlreichen Rechtsstreiten für ihr Recht kämpften.

Antoinette Keegan hat bei dem Feuer ihre Schwestern Martina und Mary verloren. Auch sie sagt, dass der Kampf der Angehörigen nicht enden würde, bevor nicht eine Reihe von Punkten thematisiert worden wären. Diese Woche noch soll die Kampagne durch mehrere Schreiben des Anwalts des Stardust Victims’ Committee an verschiedene Regierungsstellen wieder an Fahrt gewinnen.

Zwei Jahre nach dem die Regierung mangels entsprechender Beweise das Ergebnis des Untersuchungsberichts, demzufolge Brandstiftung die Brandursache gewesen sei, korrigieren ließ, warten die Opfer auf eine öffentliche Entschuldigung des damaligen Ermittlungstribunals. Die Opferfamilien wollen zudem erreichen, dass nicht abgeschlossene gerichtliche Untersuchungen wieder aufgenommen werden. Auch ein nationale Gedenktag gehört zu den Zielen der Initiative.

“Wir haben nie aufgehört zu kämpfen. Wir können das nicht sein lassen, bevor wir einen Abschluß haben,” sagt Antoinette Keegan.

Letzten Monat ein weiterer Schock für die Familien der Opfer. Wo heute noch der ehemalige Nachtclub steht, sollen nach dem Willen des Eigentümers Butterly, dessen Familie auch das Stardust gehörte, bald 178 Apartments, Häuser und ein Hotel entstehen. Gegen die im Dezember ergangenen Genehmigung des Dublin City Council hatten die Angehörigen, lokale Anwohner und Politiker Einspruch eingelehgt.

Der irische Liedermacher hatte schon kurz nach dem Unglück die Geschehnisse rund um den Stardust-Brand in seinem Song “They never came home”, der gerichtlich verboten wurde, dokumentiert. Die eben erst erschienene Platte “Ordinary Man” musste wieder aus den Regalen genommen und eingestampft werden. An die Stelle des verbotenen Liedes trat der Titel “Another song is born”. Die schon verkauften Platten wurden gesuchte Sammlerstücke.

Hier ist “They never came home” für Euch.

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