Kenny: Irisch als Pflichtfach soll fallen – Gegenwind aus Bildung und Politik

15. Februar 2011 | Von | Kategorie: Bildung, Politik

Starken Gegenwind erhält macht Fine Gael-Chef zur Zeit mit seiner Initiative Irisch als Prüfungsfach in den Abschlussprüfungen zu streichen. Mehrere hundert Studenten machten ihrem Ärger diese Woche Luft und veranstalteten erst einen Schweigeprotest vor dem Dáil sowie einen Protestmarsch zum Hauptquartier der Fine Gael. Unterstützung erhielten die Studenten von der Sinn Fein (SF), die Kennys Plänen ebenfalls eine Absage erteilte. Im Falle eines Wahlsiegs würde SF ein Irisch- und Gaeltacht Ministerium einrichten. Am Rande der Demonstration forderte der Sinn Fein-Abgeordnete Pearse Doherty das Recht auf Ausbildung in irischer Sprache in der Verfassung zu verankern.

Nach den Planungen der Fine Gael soll die irische Sprache nach Ablegen des Junior Cert nur noch alös Wahlfach weitergeführt werden. Doch der Protest gegen die Idee der derzeit aussichtsreichsten Partei im Wahlkampfrennen formiert sich. Aodhán Ó Déa, Irisch-Referent der Union of Students in Ireland (USI) reichte eine Petition mit über 15.000 Unterschriften gegen das Ansinnen im Patreibüro der Fine Gael ein.

“Wir sind wirklich wütend und werden nicht für Fine Gael stimmen, wenn sie diese Politik weiter verfolgen!”, erklärte ò Déa. Enda Kenny will sich nicht mit uns treffen. Und so sagen wir ihm: Wenn Du Dich nicht m it uns treffen willst, Enda, dann werden wir kommen und dich treffen, und deshalb geben wir diese Petition hie rim Fine Gael-Hauptquartier ab!”

Die Proteste vor dem Dáil und der FG-Parteizentrale sollen für die Studenten nur die erste Stufe einer längeren Kampagne gegen die Strategie der Partei sein. Einer der Teilnehmer kommentierte den Plan der FG als “faule Lösung für ein Problem, das schon seit Jahren vor sich hin brodelte.”

Jen Ní Mhathúna studiert am Trinity College Dublin und räumt Probleme im Lehrplan ein. Mit der Abschaffung von Irisch als Pflichtfach würde Fine Gael aber lediglich versuchen dem eigentlichen Problem auszuweichen, so Jen Ní Mhathúna. “Es ist kurzfristig viel einfacher das beiseite zu schieben und sich nicht mit den eigentlichen Schwierigkeiten im Irisch-Unterricht zu beschäftigen. Langfristig ist diese Strategie absolut schädlich für unsere Sprache!”

Aktuelle Zahlen belegen, dass nur mehr 1000 Schüler der Grundschulen in den Gaeltachten Irisch als Muttersprache gelernt haben. Rund 70 Prozent dieser Schulen haben einer jüngeren Statistik der staatlichen Agentur COGG (An Chomhairle um Oideachas Gaeltachta and Gaelscolaiochta) zufolge gerade einmal drei Lehrer oder sogar weniger.

Die Statistik zeige die Herausforderungen, vor denen die Sprache vor allen ind en Grundschulen der Gaeltachten stehe, erklärte COGG Direktorin Muireann Ni Mhorain. Jegliche Diskussion von Zusammenführungen ländlicher Schulen aus wirtschaftlichen Gründen müsse immer die jeweilige Unterrichtssprache im Auge behalten, betonte sie weiter.

In einem Strategiepapier zur Zukunft der irischen Sprache aus dem vergangenen Jahr räumte die Regierung mangelnde Sprechfähigkeiten bei Junior Cert-Schülern ein. In dem Papier setzte die Regierung eine Verdreifachung der Alltagssprecher der irischen Sprache binnen zwanzig Jahren von 83.000 heute auf rund 250.000 im Jahr 2030.

Wie das Ziel erreicht werden soll ist unklar, insbesondere, da der Bedarf an irischsprachigen Schulen außerhalb der Gaeltacht nicht gedeckt ist. 28.500 Schüler besuchen gerade derartige Schulen, doch seit 2008 wurde keine neue Schule mehr genehmigt.

Aus Sicht der Sinn Fein würde der Verzicht auf Irisch als Pflichtprüfungsfach, dazu führen, dass eine bedeutende Zahl der Schüler den irischen Sprachunterricht gänzlich abwählen würde, so Pearse Doherty. “Und das würde wiederum eine starke Auswirkung auf die Wirtschaft in den Gaeltachten haben,” ist der Abgeordnete überzeugt. “Es gibt da einen lokalen Wirtschaftszweig, der an den irischsprachigen Colleges mit ihren 25.000 Schülern hängt und 50 Millionen Euro umsetzt.” Eine Schwächung der irischen Sprache würde demzufolge nicht nur die Sprache schwächen, sondern auch die Wirtschaft im ländlichen Raum, argumentierte Sinn Fein und forderte Fine Gael-Chef Enda Kenny auf, von seinen umstrittenen Plänen Abstand zu nehmen.

Bildnachweis: Erin O’Connor / flickr.com (CC)

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2 Kommentare auf "Kenny: Irisch als Pflichtfach soll fallen – Gegenwind aus Bildung und Politik"

  1. Cuimhnich gaisge agus treuntas ar sinnsear!
    Lean gu dluth ri cliu do shinnsre!
    Slán leibh
    Toddy

    • ing sagt:

      Das ist ja alles schön und gut, Toddy. Doch leider ist das alles schottisches Gälisch und inwiefern “Erinnere Dich des Heldenmutes und der tapferen Taten unserer Ahnen.” und “Folge genau den Fußspuren Deiner Ahnen!” sich auf unsere Nachricht bezieht, musst Du uns noch erklären. ;-)

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