Che Guevara: Urheber will Rechte an bekanntestem Portrait der Welt

16. Februar 2011 | Von | Kategorie: Galway, Geschichte, In aller Welt

Der irische Künstler Jim Fitzpatrick ist Schöpfer eines der bekanntesten Porträts dieser Welt. Der südamerikanische Revolutionär und Kampfgefährte von Fidel Castro Che Guevara ziert Millionen T-shirts, Poster und andere Devotionalien. Einnahmen hat Fitzpatricks aus seinem Bild, das nach einer Fotografie von Alberto Korda gestaltet wurde, jedoch nie erhalten. Doch jetzt will sich Fitzpatrick die Vermarktungsrechte an seinem Werk auf dem Rechtswege sichern, sein Anwalt bereite ein entsprechendes Verfahren vor, hieß es.

Für sein Porträt von Che Guevara will Jim Fitzpatrick seine Rechte einfordern

Als Jim Fitzpatrick 1968 das zweifarbige Porträt Che Guevaras anfertigte ahnte er nicht, welchen Siegeszug die Grafik um die Welt antreten würde. Es gibt wohl kaum ein Objekt, das nicht schon einmal mit dem berühmten Gesicht verziert worden wäre. Der emeritierte Kunstgeschichte-Professor Martin Kemp von der Universität Oxford zählt Fitzpatricks Werk zu den zehn Porträts mit dem größten Kultcharakter – mit in der illustren Runde auch Christus und die Mona Lisa.

Fitzpatrick, der nie ein Honorar oder Tantiemen irgendeiner Art für sein Werk erhalten hat, möchte nun seine Rechte an dem Werk rechtlich verbindlich klären lassen und bereitet derzeit mit seinem Anwalt und Fianna Fail-Abgeordneten Michael Mulcahy die Papiere für das Verfahren vor. Sollte er mit seinem Ansinnen Erfolg haben, wolle er die Bildrechte an Guevaras Familie und das kubanische Volk übertragen lassen, so Fitzpatrick.

“Ohne Zweifel gehört dieses Bild zu den größten der Welt aber ich wollte nie ein Honorar oder Lizenzgebühren dafür. Ich habe mich entschieden, dass es jetzt Zeit wäre und ich hoffe die Rechtefrage geklärt zu haben, bevor ich im September Ches Frau Almeida zur Eröffnung des Che Guevara Cultural Centre in Havanna besuchen werde,” erklärte Fitzpatrick weiter.

Anwalt Mulcahy sieht gute Chancen für die Ansprüche seines Mandanten. Auch wenn das Bild auf einer Fotografie Kordas basiere, sei es doch ein eigenständiges Kunstwerk für das ein Urheberrecht bestehe, begründete der Anwalt die Ansprüche. “Jim wird immer wieder gefragt, warum er sein Copyright für das Bild nicht geltend gemacht habe, aber das ist Jim. Er ist an Geld nicht interessiert. Jeder hat das Bild im Laufe der Jahre genutzt und Jim glaubt, dass es nun an der Zeit wäre das Bild etwas Gutes auf der Welt tun zu lassen,” kommentierte Mulcahy die Motivation seines Klienten.

Kürzlich hat Jim Fitzpatrick die Produktion von 995 limitierten und signierten Drucken des Originalgemäldes anfertigen lassen. Die Nummer 1 der Serie soll im September Ches Frau überreicht werden. Fitzpatrick erklärte, er habe das Bild 1968 aus Entrüstung über die Exekutioon Guevaras angefertigt.

Doch nicht nur Ches Porträt stammt aus Irland, auch er selbst hat irische Wurzeln. Seine Großmutter väterlicherseits stammte aus Galway, sein Vater trug noch den Namen Lynch, einer der “16 tribes of Galway”. Ches Vater wird angesichts des ruhelosen Wesens seines Sohnes auch der Ausspruch zugeschrieben, dass in den Adern seines Sohnes das Blut irischer Rebellen fließe.

Guevara selbst hat Irland einmal im März 1965 “besucht”, wo er während einer Zwischenlandung auf dem Flug von Prag nach Kuba am Flughafen Shannon ein Interview gab und auch auf die Abstammung seiner Großmutter aus Galway einging.

Ein Video des Interviews gibt es bei youtube und hier:

Bildnachweis: wikipedia / Jim Fitzpatrick

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2 Kommentare auf "Che Guevara: Urheber will Rechte an bekanntestem Portrait der Welt"

  1. Bernd Biege sagt:

    Das Urheberrecht muss sich Fitzpatrick nicht sichern, das hat er automatisch … hier geht es um Vermarktungsrechte. Ob man die noch einklagen kann? Nach Jahrzehnten vom Urheber geduldeter freier Verwendung könnte man schon von “Gemeingut” ausgehen …

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