Mindestens 10 Iren warten auf freies Geleit aus Libyen

22. Februar 2011 | Von | Kategorie: In aller Welt, Politik

In der heiss umkämpften Nord-Libyschen Stadt Benghazi sitzen im Augenblick noch mindestens zehn Iren fest, die darauf warten unversehrt nach Hause zurückkehren zu können. Momentan geht dort die Regierung Libyens unbarmherzig gegen Demonstranten auf den Strassen vor, an eine Ausreise auf privatem Wege ist nicht zu denken.

Brandherd Libyen - Irland will seine Staatsbürger ausfliegen

Sechs der irischen Bürger arbeiten vor Ort für “Mercury Engineering”, eine Maschinenbaufirma aus Dublin, die schon seit den 1970ern in Libyen tätig ist. Die Monteure befinden sich derzeit an einem sicheren Ort am Stadtrand. Die restlichen vier Iren sind ebenfalls gegenwärtig in Sicherheit. Sie befinden sich dort als Einwohner der Stadt, wegen Familienbanden.

Das Aussenministerium arbeitet gerade daran, zusammen mit EU-Hilfe und dem Konsulat in Benghazi, die irischen Bürger sicher ausser Landes bringen zu können, sofern sie dies wünschen.

Libyer sind eine der grössten arabischen Ausländergruppen in Irland. So stammt zum Beispiel Hussein Hamed aus Benghazi: Er ist gerade Kandidat im Wahlbezirk Dublin-Süd für die Dáil-Wahl nächste Woche. Er hatte in den 1990ern in Irland um politisches Asyl gebeten. Seine Familie in Libyen berichtet: “Es ist ein Massaker – sie benutzen Flugabwehr-Waffen gegen unbewaffnete Zivilisten und die Krankenhäuser kommen mit der Behandlung der Verletzten nicht mehr nach.”

Er war einer der 200 Teilnehmer einer Demonstration gestern vor der libyschen Vertretung in Dublin, die die Gewaltanwendung in Libyen anprangerte.

Ein weiterer Libyer, der nun in Irland lebt und arbeitet, erzählt ebenfalls von Berichten über den Einsatz von Flugabwehr-Waffen gegen die Bevölkerung: “Gaddafi ist brutal. Das ist wie eine ethnische Säuberung.” Seinen Namen wollte der Mann aus Angst jedoch nicht nennen.

Update vom 24.02.2011:

Der Bruder des Dáil Kandiaten Hussein Hamed, ein gerade einmal 20jähriger BWL Student, ist bei einer Anti-Gaddafi Demonstration erschossen worden. Er starb sofort, durch einen Kopfschuss. Hamed und seine Familie in Benghazi stehen unter Schock. Unser Beileid zu diesem tragischen Verlust.

Bildnachweis: wikipedia und eigene Bearbeitung

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