Kältetod einer Mutter in Dublin: Es gab schon vorher viele Beschwerden

25. Februar 2011 | Von | Kategorie: Dublin, Gesellschaft, Polizeibericht

Anfang Januar war die zweifache Mutter Rachel P. in ihrer Wohnung in der Dubliner Sozialsiedlung Ballymun erfroren. Wie ihr Bruder und eine Freundin die Leiche der 30jährigen gefunden hatten, berichteten wir bereits. Zeugenaussagen zu den näheren Umständen dieses tragischen Todes bringen inzwischen schwere Vorwürfe gegen die Dubliner Stadtverwaltung hervor.

Linda McL., eine Nachbarin von Rachel P., sagte am rechtsmedizinischen Gericht aus: “Ich habe mich neunmal an unterschiedlichen Tagen bei der Stadtverwaltung beschwert…ich habe jedoch nie einen Rückruf erhalten.” Sie sagte ebenfalls, sie habe ihren zuständigen Sachbearbeiter im Amt für Wohnungswesen aufgesucht wegen der ausgefallenen Heizung. “Er sagte, er schickt einen Prüfer vorbei, aber es kam nie jemand zu mir.”

Wie die Nachbarin berichtet, wurde wie immer im Sommer die Heizung ganz abgestellt. Eigentlich sollte die Heizung jedoch, wie üblich, ab Anfang September wieder laufen, worauf die Bewohner aber vergebens warteten. “Ich musste elektrisch heizen, die Wohnung war eiskalt. Meine Stromrechnung lag in dieser Abrechnungsperiode bei 1300 Euro. Normal sind für mich 300 bis 350 für die selbe Zeitspanne.”

Auch eine ehemalige Schulkameradin und die Schwester der Verstorbenen bestätigten dem Gericht die Zustände. Man habe im Wohnzimmer vor Halogen-Heizlampen gesessen und trotzdem zwei dicke Decken über sich legen müssen, um es dort auszuhalten.

Erst nach dem Tod von Rachel P. habe die Verwaltung die Heizung wieder eingeschalten – jedoch nur gerademal ein bis zwei Wochen lang, sagte ihre Nachbarin Linda McL. vor Gericht aus.

Mit all diesen Vorwürfen wird sich John Keogh, der Rechtsbeistand der Stadtverwaltung, beim nächsten Gerichtstermin am 24. März auseinandersetzen müssen.

Bildnachweis: wikipedia

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