Warum sinken Guinness-Bläschen nach unten?

2. März 2011 | Von | Kategorie: Essen & Trinken, Wissenschaft

Der irische Nationalfeiertag steht kurz bevor und damit vermutlich der Tag mit dem höchsten Konsum des irischen Nationalgetränks – Guinness. Und viele Menschen werden wieder bewundern wie schön sich das Guinness setzt. Zwei Wissenschaftler aus Schottland und den USA haben schon vor geraumer Zeit das Rätsel gelöst, weshalb die Luftblasen in einem frisch gezapften Pint absinken anstatt wie sonst in Bieren aufzusteigen. Das Geheimnis liegt in einer Strömung innerhalb des Glases, der den Luftströmungen in einem Gewitter oder Tornado ähnelt.

Von einem solchen Forschungsprojekt träumen wohl Millionen Studenten auf der Welt, Dr. Andrew Alexander, Chemiedozent an der Universität Edinburgh, und Dick Zare, Professor an der Stanford Universität, haben es durchgeführt. Sie wollten eine Frage klären, die schon so manchen Pubbesucher in staunender Bewunderung vor dem sich setzenden Pint verharren ließ. Sinken die Blasen in einem frisch gezapften Guinness wirklich entgegen aller Gesetze der Physik nach unten oder ob handelt es sich dabei um eine optische Täuschung – und wenn ja, warum sinken die Blasen ab.

Zunächst galt es, die Frage des “ob” klären, wozu die Wissenschaftler eine komplizierten Kameraaufbau realisierten. Sie versahen eine Hochgeschwindigkeitskamera mit einem leistungsfähigen Zoomobjektiv und zeichneten den Zapfvorgang auf. Hierzu wurde das Pintglas aus mehreren Perspektiven mit einer Geschwindigkeit von 750 Bildern pro Sekunde bei sechsfacher Vergrößerung abgelichtet.

Das Ergebnis sind faszinierende Bilder. Und die lieferten den Wissenschaftlern letztlich auch die Erklrung für das “Guinness-Phänomen”. Demzufolge bildet sich nach dem Einschenken des Biers eine Kreisströmung im Glas, bei der die Blasen im Inneren des Glases aufsteigen. Andere Blasen strömen nach und bilden so das bekannte Bild der nach unten absinkenden Bläschen.

Seit er während seiner Studentenzeit einmal sich ein Pint Guinness gegönnt hatte, spielte Dr. Andrew Alexander mit dem Gedanken an dieses Experiment: “Ich wollte es versuchen und die absinkenden Blasen einzufangen – wahrscheinlich weil ich mich gefragt habe, ob das wirklich passiert oder ob es eine optische Täuschung hervorgerufen durch die Bewegung der Flüssigkeit im Glas.”

Niemand hatte dieses Experiment vorher durchgeführt und so kam es vergangenes Jahr in den Räumen der Royal Society of Chemistry (RSC) zu diesem lange fälligen Forschungsprojekt. “Guinness ist toll für dieses Experiment, das die Blasen sehr klein sind und unter hohem Druck freigesetzt werden, weshalb sie leicht durcheinandergewirbelt werden,” erläutert ein RSC-Sprecher die Umstände des Versuchs. “Auch das Gas in den Bläschen ist wichtig. Helle Biere werden mit Kohlendioxid gezapft, das sich leicht im Bier auflöst. Das Gas in Guinness hingegen ist Stickstoff, dessen Bläschen sich nicht so leicht auflösen und nicht dazu neigen, größer zu werden.”

Erleichtert wurde der Versuch durch den Kontrast zwischen der dunklen Flüssigkeit und den hellen Blasen des Schaums. Eine Dokumentation des Versuchs haben die Wissenschaftler auf einer eigenen Website ins Internet (Link unten) gestellt. Neben der Lösung des Rätsels sind die Wissenschaftler froh über das gute Timing ihrer Entdeckung: ”Wir freuen uns, dieses Rätsel rechtzeitig zum St. Patrick’s gelöst zu haben, an dem viele Menschen zeilfellos das eine oder andere Pint genießen!”

Link: Die Website des Forschungsprojekts

Bildnachweis: flickr.com (CC-Lizenz)

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