Die Schlacht um 12,5 Prozent geht weiter

22. März 2011 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Im Kampf um den Beibehalt der irischen Körperschaftssteuer von 12,5 Prozent hat der neue irische Finanzminister Michael Noonan den Ton verschärft. Im Vorfeld des EU-Gipfels in Brüssel in der kommenden Woche griff Noonan Frankreich scharf an und verwies auf die enorme Differenz zwischen nominaler und realer Körperschaftssteuer dort.

Hier wird Michael Noonan den Kampf um die irische Körperschaftssteuer ausfechten müssen.

Michael Noonan kämpft den Kampf seines Vorgängers weiter, doch anstelle sich hinter dem Mantra “Die Körperschaftssteuer muss bleiben” zu verschanzen, hat sich Noonan zum Kampf mit offenem Visier entschlossen. Während die Finanzierer des irischen Rettungsschirms seit Monaten einen Abkehr von der Politik der niedrigen Körperschaftssteuer fordern, halten die Iren den niedrigen Steuersatz als Keimzelle eines erneuten Wirtschaftswachstums für unverzichtbar.

Michael Noonan hat nun Frankreich direkt angegriffen und darauf hingewiesen, dass der nominelle Steuersatz in Frankreich zwar bei 33 Prozent liege, der real gezahlte Durchschnitt mit rund 8 Prozent aber deutlich unter dem irischen Steuersatz. Auf der grünen Insel liege die Differenz zwischen nominellem und realem Steuersatz lediglich bei 0,6 Prozent, d.h. im Schnitt zahlen in Irland ansässige Unternehmen rund 11,9 Prozent Steuern und damit mehr als in Frankreich.

“Wenn diese Debatte andauert, werde ich darauf drängen, dass zu einer Bewertung künftig die effektiven und nicht die nominellen Sätze herangezogen, denn soweit ich es sehen kann, zahlt keiner die nominellen Sätze,” erklärte Noonan in Brüssel, wo er zur Zeit bei den kleineren Staaten der Eurozone für eine Unterstützung der irischen Anliegen – Körperschaftssteuer und niedrigere Zinsen für die Rettungsschirmkredite – beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag wirbt.

Optimistische Äußerungen kommen von Europaministerin Lucinda Creighton, derzufolge die Irische Position von anderen EU-Mitgliedern mit Sympathie betrachtet werde. Es könne aber sein, dass in dieser Woche noch keine Entscheidung fallen werde, erklärte sie. “Es wird klar anerkannt, dass die derzeitige Belastung zu groß ist. Wir bekommen sehr positives Feedback und es gibt eine spürbare Solidarität innerhalb der EU, unter großen wie auch unter kleinen Mitgliedsstaaten,” betont Creighton.

Die Europaministerin musste allerdings einräumen, dass sie die Postion des französischen Präsidenten derzeit nicht vorhersagen könne. Sarkozy hatte Anfang des Monats zum wiederholten Male auf einer Anhebung der irischen Körperschaftssteuer bestanden.

Derzeit zeichnet sich eine Reduzierung des Zinssatzes von derzeit 5,8 auf 4,8 Prozent ab, wofür aber Zugeständnisse von den Iren erwartet werden. Finanzminister Noonan hat bereits erklärt, dass er keine Probleme sehen, eine Art “Kontrollpaket” zu schnüren, das eine Neuverschuldungs- und Defizit-Begrenzung für die Zukunft beinhalte.

via irishexaminer.com
Bildnachweis: wikipedia

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