WAA Sellafield soll ebenfalls “Stresstest” durchlaufen

22. März 2011 | Von | Kategorie: Politik, Umwelt

Die Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in Nordwest-England

Bei einem Treffen beschlossen die europäischen Energieminister gestern in Brüssel, als Reaktion auf den schweren atomaren Unfall in Japan, die europäischen Atomkraftwerke einem sogenannten “Stresstest” zu unterziehen. Irland will aber nicht nur die Kraftwerke, sondern auch Wiederaufbereitungsanlagen wie Sellafield, einer solchen Prüfung unterziehen. Irland möchte auch durchsetzen, dass kein Land seine eigenen Kraftwerke beurteilen darf, um die Untersuchung und deren Ergebnisse so unabhängig wie möglich zu halten.

Sellafield wird in offiziellen Berichten als das gefährlichste Industrieareal Westeuropas genannt. Dies liege an Überbleibseln der frühen Atomforschung vor Ort, sowie Forschung an Atomwaffen und mehrfacher radioaktiver Verseuchung der Irischen See vor seinen Toren.

Der neue irische Energieminister Pat Rabbitte will sich beim englischen Energieminister Chris Huhn dafür einsetzen, Sellafield in die Serie von Stresstests aufzunehmen, die nun geplant würden: “Priorität haben Atomkraftwerke in erdbebengefährdeten Gegenden Europas, Irlands Regierung möchte aber Sellafield in die Tests mitaufgenommen sehen.”

Ein Reihe von unterschiedlichen Risikofaktoren soll in diesen Stresstests beleuchten, wie die verschiedenen Reaktoren in Europa damit zurecht kommen, so zum Beispielsweise mit Erdbeben, Überflutungen, Tsunamis, Flugzeugabstürze und Terrorismus. Ebenso werden die Kühlsysteme und Notfallpläne überprüft werden. Allerdings muss erst noch entschieden werden, wer speziell und was genau getestet wird.

Greenpeace fordert unabhängige, verpflichtende und realistische Tests, die über das übliche Mass an Überwachung hinausgehen, welches schon gesetzlich in den Ländern herrscht: “Etwa die Hälfte Europas Atomkraftwerke bereiten uns besondere Sorgen. Man wird sehen, ob die besprochenen Tests nur als Feigenblatt dienen sollen, um wie bisher weiter zu machen.”

England und Frankreich hingegen wollen den Umfang dieser Untersuchung möglichst gering halten. So sagte der französische Energieminister zum Beispiel, Frankreich würde über seine eigenen Kraftwerke immernoch selber entscheiden.

Günther Öttinger, Europas Energiekommissar, dazu: “Wir sollten uns keinen Illusionen hingeben. Nicht alle EU-Mitglieder sind einer Meinung bezüglich Atomkraft. Es gibt eigentlich sogar nur wenige Felder, auf denen die Gemeinschaft so uneins ist, wie die Atomfrage”. Während Deutschland diskutiert, schneller aus der Atomenergie auszusteigen, will Polen zum Beispiel gern noch weitere Atomkraftwerke bauen. Momentan stehen sich in dieser Frage 14 EU-Staaten mit Kernkraftwerken 13 Ländern ohne gegenüber.

Die europäische Kommission hofft, Ende 2011 mit den Tests beginnen zu können.

via: http://www.irishexaminer.com/ireland/kfeyidsnojid/rss2/

Bildnachweis: geograph.org.uk (by Simon Ledingham)

Tags: , , ,

whiskyworld.de - Whisky und mehr (sale)

Schreibe einen Kommentar

Achtung: Mit Abgabe eines Kommentars erkläre ich mich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und meine IP-Adresse ausschließlich zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden.
Ihre Daten werden dabei mit den Daten bekannter Spamversender abgeglichen und vier Tage gespeichert, eine weitere Verwendung ihrer Daten findet nicht statt.
Weitere Informationen zur Funktionsweise von Akismet und Widerrufsmöglichkeiten..