Anti-Banken-Protestierer mit Zementlaster vor Gericht freigesprochen

23. März 2011 | Von | Kategorie: Gesellschaft

Ein Bauunternehmer, der vergangenen September mit seinem Zementlaster gegen das Haupttor von Leinster House gefahren war, um gegen die “Anglo-Irish” Bank zu protestieren, verliess seine Gerichtsverhandlung als freier Mann. Vorwürfe von gefährlicher Sachbeschädigung und eines gefährlichen Eingriffs in den Strassenverkehr wies die Richterin zurück.

Der Unternehmer, der nach dem Vorfall als “Anglo-Avenger” in den Medien bekannt wurde, stand im September 2010 mit 7,5 Millionen Euro bei der Anglo-Irish Bank in der Kreide. Offenbar fand er es unerträglich, dass der quasi bankrotten Bank mit Millionen seitens des Staats geholfen wurde, während er für seine eigenen Schulden selber aufkommen sollte.

In dieser Lage fuhr er seinen, mit Parolen bemalten, Zementlaster gegen das Tor von Leinster House. Der entstandene Schaden von 35 Euro war Richterin Ann Watkin allerdings nicht genug, um der Staatsanwaltschaft in ihrem Vorwurf der gefährlichen Sachbeschädigung zu folgen. Ebenso wenig überzeugte der Staatsanwalt die Richterin davon, dass der LKW bereits auf dem Weg zum Regierungssitz defekte Bremsen hatte und es somit ein gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr gewesen sei, damit auf öffentlichen Strassen unterwegs zu sein. Laut Verteidiger des Bauunternehmers hatte der Angeklagte die Bremsleitungen erst vor Ort gekappt, damit sein Laster und die Parolen darauf nicht einfach weggefahren werden konnten.

Sein Statement und seine Aktion waren nun also, offiziell bestätigt, von seinem Recht auf freie Meinungsäusserung gedeckt. Die Schulden des Unternehmers bei Anglo-Irish allerdings wird der Staat wohl kaum auch noch mit in das Paket zur Bankenrettung aufnehmen.

via: examiner.ie

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