Verbraucher erzürnt über Tesco-Preissenkungen

29. März 2011 | Von | Kategorie: Wirtschaft

Die Taktik Preise erst heimlich zu erhöhen um sie dann im Rahmen einer großen Werbekampagne auf ein Niveau immer noch oberhalb der alten Preisen zu reduzieren, hat den irischen zwei der Supermarktkette Tesco der Kritik der Verbraucherschützer ausgesetzt. Tesco schiebt die Preisschwankungen auf die Inflation und Veränderungen auf dem Weltmarkt.

Der Tesco-Slogan “Every little helps” bekommt einen recht zynischen Touch, wenn man ihn im Lichte der zu Tage getretenen Vorwürfe betrachtet. Jedes Bißchen Preiserhöhung hilft, weshalb man bei Tesco wohl nach einem Weg suchte, das Bißchen Preiserhöhung möglichst groß und möglichst unbemerkt zu erreichen.

Diese Woche startete Tesco eine Preissenkungskampagne für 1000 Produkte des Tesco-Sortiments, die nun laut Werbung deutlich billiger als zuvor erhältlich sein sollten. Dumm nur, dass die Preise für viele der betroffenen Artikel erst im Februar deutlich angehoben worden waren, so dass die neuen reduzierten Preise immer noch spürbar oberhalb des ursprünglichen Preisniveaus liegen, kritisieren Verbraucherschützer.

Wer beispielsweise Ende Dezember 2010 Tropicana Orangensaft einkaufte, bezahlte dafür 2,28 Euro. Ende Januar wurde der Preis stillschweigend auf 2,59 Euro angehoben und nun im Rahmen der großen Preissenkung wieder auf 2,49 Euro gesenkt. Damit liegt der Orangensaft nach der scheinbaren Preissenkung immer noch 21 Cent über dem Preis von vor 12 Wochen.

In einem Statement zum Auftakt der Kampagne hatte ein Tesco-Sprecher noch betont, die Preisreduzierungen würden “zu spürbaren Ersparnissen” führen, die die Kunden ind en eigenen Taschen spüren würden. “Wir sind fest entschlossen den Kunden das beste Angebot zu machen und wir lassen uns in Sachen Preis nicht schlagen.”

Auf die Kritik an den versteckten Preiserhöhungen in den vergangenen Wochen erwiderte Tesco, es habe in den vergangenen Monaten immer einige Preiserhöhungen aufgrund des Inflationsdrucks von den weltweiten Waremärkten gegeben, die alle gut dokumentiert seien. Diese hätten alle Händler und Kunden weltweit betroffen, nicht nur Tesco, so das Unternehmen, dessen UK-Mutterfirma gerade eine ähnliche Kampagne fährt – mit den selben Begleitumständen wie in Irland.

Der Chef der irischen Verbrauchervereinigung Dermott Jewell zeigte sich nicht überrascht über die strategischen Preissprünge. Die großen Supermarktketten verwendeten jede Menge Blendwerk um die Kunden zu verwirren, klagt Jewell. “Sie sagen den Menschen nicht ganz klar, wie sie ihre Preise gestalten und es ist für die Kunden nicht nachvollziehbar was gerade im Preis steigt oder fällt, aber oft werden die Preise ganz gezielt gestaltet, um die Illusion von Schnäppchen zur erzeugen.”

via Irish Times
Bildnachweis: flickr.com / Michael Francis McCarthy (CC-Lizenz)

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