In Irland entbrennt Preiskampf bei Strom

5. April 2011 | Von | Kategorie: Wirtschaft

Nach der gestrigen Ankündigung von “ESB Electric Ireland”, die Strompreise für Endverbraucher um bis zu 17 Prozent zu senken, warnt die “National Consumer Agency” davor, überstürzt den Anbieter zu wechseln. Im Moment gibt es mehrere verlockende Angebote, die allerdings schwierig zu vergleichen seien, sagt Ann Fitzgerald, Chefin der Verbraucherschutz-Agentur. “Geiz ist geil” solle Niemanden dazu verleiten, gedankenlos zuzugreifen.

“Es ist ziemlich schwierig, einen Vergleich der Preise anzustellen. Ich habe heute Morgen mit der Energieregulierungsbehörde gesprochen – diese ist gerade dabei, eine Internetseite aufzubauen, die Preisvergleiche simpler macht. Das wird aber noch eine Weile dauern. Ich würde daher den Kunden raten, sich nicht hetzen zu lassen. Das Angebot von ESB wird es noch länger geben.” ESB kontert, die jetzt so niedrigen Preise gälten zunächst zwar bis März 2012, aber um den ganzen Preisvorteil zu geniessen, müsse man sofort unterschreiben.

Wenn man jetzt auf ESB-Strom umstiege, sparte man laut dem Stromversorger bei einem Jahresverbrauch von 5300kWh etwa 144 Euro. Dies allerdings nur, wenn man gleichzeitig auf Gas von ESB umstiege. Mit den aktuellen ESB-Gas- und Strompreisen rechnet die Firma in ihrer Beispielrechnung einen Gesamtvorteil von 187 Euro aus. Der Versorger “Airtricity” nimmt nun den Fehdehandschuh mit seinem Angebot auf, für dieselbe Leistung 194 Euro weniger zu nehmen als bisher.

Demgegenüber sagt ein Sprecher der Preisvergleichsseite bonkers.ie, solche gebündelten Angebote seien vor Allem für die Versorger attraktiv. Es gäbe durchaus getrennte Strom- und Gasangebote, mittels derer man sogar noch mehr sparen könne. Es wundere ihn jedoch keineswegs, dass die Verbraucher bei dem momentanen Tarifdschungel nicht das Beste für sich herausholen könnten: “Es gibt keinen staatlich vorgegebenen Durchschnittsverbrauch, auf Basis dessen man einfache Preisvergleiche durchführen könnte. Und mit den Angeboten, die auf unterschiedlichen Voraussetzungen fussen, kann man oft keinen Eins-zu-Eins Vergleich erreichen.”

Während bonkers.ie für die Entscheidung der Kunden die Preise für entscheidend hält, hofft Airtricity auf ein “grünes Gewissen” der Konsumenten. Mit 66 Prozent erneuerbaren Energien ist Airtricity in diesem Segment Marktführer. Man wird sehen, ob sich diese Hoffnung als Wunschdenken herausstellen wird, oder die aktuelle Atomdebatte auch die Iren inspiriert, zu grünem Strom zu wechseln, vor Allem, wenn er auch nicht teurer als Konventioneller ist.

Auch in Deutschland ist ein direkter Vergleich nicht ganz einfach: Die verschiedenen Vergleichsportale gehen von sehr unterschiedlichem Stromverbrauch aus: So nimmt Verivox.de für Singles 1500kWh und für Familien 4000kWh an, während Wechseln.de für Singles schon 2000kWh und für Familien 5000kWh anpeilt. Auch in Deutschland kommt man also nicht darum herum, seine letzten Stromabrechnungen zur Hand zu nehmen, um einen realistischen Vergleich vorgerechnet zu bekommen.

via: examiner.ie

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