Medizinisches Cannabis: Keine Einreise für kranken Iren

5. April 2011 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Ein in den Niederlanden lebender, schwerkranker Ire kann seine Familie nicht besuchen, weil er befürchten muss, bei der Einreise verhaftet zu werden. Grund: Sein Arzt hat dem Mann Cannabis als Medikament verschrieben. Nachdem Irland zum wiederholten Mal einen Antrag des Mannes auf Einreise mit seinem Medikament abgelehnt hat, hat der Mann angekündigt, seinem Leben ein Ende setzen zu wollen.

Noel McCullagh muss leider draußen bleiben, sagen die irischen Behörden.

Noel McCullagh lebt seit über 10 Jahren in den Niederlanden, wo er seinen Lebensunterhalt als Postbote verdient. Im Jahr 2006 wurde bei Noel Multiple Sklerose diagnostiziert und seitdem konnte er seine Eltern in Ballinasloe im County Galway weder zu Weihnachten noch zu Geburtstagen besuchen. Denn Noel McCullagh muss Medikamente einnehmen, die Cannabis enthalten, weshalb ihm irische Behörden wiederholt angedroht haben, ihn bei einer Einreise mit seinen Medikamenten festzunehmen und der Strafverfolgung zu überantworten.

Nun hat Noel McCullagh genug von Irland und genug vom Leben. “Ich will nichts mehr mit Irland zu tun haben,” erklärte er vor wenigen Tagen. “Jedes Jahr im Dezember schreiben mir die irischen Behörden, dass ich nicht nach Hause kommen kann. Ich werde mir jetzt eine Sterbehilfe suchen.”

EU-Ombudsman Nikiforos Diamandouros ist von McCullaghs Fall tiefberührt, kann aber mangels entsprechender EU-Regelungen nicht tätig werden. Dennoch hält er eine Lösung für möglich. “Ich kann nichts erkennen, was die irischen Behörden davon abhalten könnte aus humanitären Gründen eine Ausnahmegenhmigung zum Besuch ihrer Verwandten und gleichzeitiger weiterer Einnahme ihrer schmerzstillenden, in den Niederlanden verschriebenen Medikamente zu erteilen,” schrieb Diamandouros in einem Brief an McCullagh.

Der unabhängige Dáil-Abgeordnete Luke ‘Ming’ Flanagan, einst selbst bekennender Cannabis-Konsument und Verfechter einer Legalisierung, hielte es “nur für fair”, wenn McCullagh eine Heimkehr erlaubt würde, ohne dass er eine Verhaftung zu befürchten hätte. ” Dieses Vorgehen zeigt nur die ganze Hysterie, die dieses Thema umgibt,” so Flanagan. “Selbst wenn jemand Cannabis zur Behandlung von Krankheitssymptomen verwenden will, springt die Regierung nervös auf und ab. Es ist eine Schande, dass sie es bei anderen Dingen nicht so wichtig nehmen.”

Auch in Deutschland kann Cannabis seit 2007 mit einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung als symptomstillendes Medikament bei Multipler Sklerose eingesetzt werden.

via Independent.ie
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