Vor 150 Jahren: Erster Toter des Sezessionskriegs kam aus Tipperary

14. April 2011 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Der Beschuss von Fort Sumter

Vor 150 Jahren begann der amerikanische Bürgerkrieg, Nordstaaten und Südstaaten liefern sich über vier Jahre einen blutigen Schlagabtausch, bevor die Konföderierten Staaten schließlich im April 1865 kapitulierten. Der erste Tote des bewaffneten Konflikts war ein 36-jähriger Ire namens Daniel Hough aus Tipperary – getötet durch einen Rohrkrepierer der eigenen Seite

Aus der Militärakte des Daniel Hough kann man sich ein vages Bild zeichnen eines Mannes, der in den 1840er Jahren, möglicherweise in der Folge der großen Hungersnot in die USA emigrierte, wo er sich 1849 zum Dienst in der Armee verpflichtete und der Batterie D des 1st United States Artillery Regiments zugeteilt wurde. Hough war seiner Akte zufolge 1,73 Meter groß, hatte trotz seines niedrigen Alters graue Haare, helle Gesichtsfarbe und blaue Augen. Nach Ablauf seiner Dienstzeit verpflichtete er sich im Jahr 1859 in Fort Moultrie, South Carolina, erneut.

Der Bürgerkrieg begann mit der Belagerung des von Unionstruppen gehaltenen Fort Sumter im Hafen von Charleston durch Konföderierte Artillerie. Vier Tage lang verwandelten die Südstaaten-Kanoniere das Fort in einen formidablen Schutthaufen, doch Opfer gab es bis dato keine. Am 14. April entschied der Kommandant des Forts, Major Robert Anderson, das Fort aufzugeben.

Mit den Südstaaten-Kommandeuren wurde ein ehrenvoller Abzug der Fort-Besatzung, einschließlich eines 100-Schuss Saluts für das gefallene Fort, vereinbart. Beteiligt am Salutschießen war auch Private Daniel Hough als Kanonier. Beim 47. Salutschuss passierte es schließlich. Die Erinnerungen eines Offiziers über die Geschehnisse sind erhalten.

“Irgendwie gelangten glühende Stückchen in den Lauf der Kanone nachdem die Treibladung eingebracht worden war. Als dann der Kanonier die Kugel den Lauf hinunter rammte explodierte die Ladung vorzeitig, tötete Private Daniel Hough auf der Stelle und entzündete weitere Granaten, die ebenfalls explodierten und fünf Soldaten schwer verwundeten”, erinnerte sich Major General Abner Doubleday, der das Unglück beobachtete.

Was dann mit den sterblichen Überresten Houghs geschah ist bis heute unbekannt, es existieren keine Aufzeichnungen. Zwar hatte seine Familie aus New York die Überführung der Leiche für ein Begräbnis beantragt, doch da kam der tote Kanonier nie an.

Am Tag nach Houghs Tod berief Präsident Abraham Lincoln 75.000 Milizionäre ein, der Bürgerkrieg hatte begonnen.

via irishcentral.com
Bildnachweis: wikipedia

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2 Kommentare auf "Vor 150 Jahren: Erster Toter des Sezessionskriegs kam aus Tipperary"

  1. Bernd Biege sagt:

    Hmpf … mehr als hundert Soldaten und Offiziere starben bei Fort Sumter – an Krankheit oder den Folgen von nicht sofort tödlichen Verletzungen. Der Tod von Daniel Hough dagegen war ein Unfall. Aber Hauptsache, man hat wieder einen Iren gefunden …

  2. admin sagt:

    Hallo Bernd,
    das wundert mich auch immer wieder. Egal was wo auf der Welt passiert – es war ein Ire ganz vorne mit dabei. Und wenn es kein gebürtiger Ire war, dann geradliniger irischer Abstammung so wie fast alle US-Präsidenten (sogar der erste schwarze Präsident hat irische Wurzeln), Che Guevara, Chaim Herzog und wer noch alles. Ach ja, das erste aus dem WTC geborgene 09/11 Opfer war auch ein Ire…

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