Wütende Junglehrer fordern Recht auf Anstellung

27. April 2011 | Von | Kategorie: Bildung

Hunderte Junglehrer finden derzeit in Irland keine Anstellung. Nun sind sie wütend: Man habe sie als Schulabgänger in ein Studium gelockt, das sich an seinem Ende als Sackgasse herausstelle. Bei einer Lehrerkonferenz in Sligo stellten sie ihre Ansprüche an den Staat klar: Ihr teures Studium müsse nun für sie Früchte tragen.

Die jungen Delegierten auf dieser Lehrerkonferenz haben knifflige Prüfungen bei der zentralen Studienplatzvergabestelle bestanden und als die Besten Plätze an den Unis ergattert. – Nun fragen sich viele von ihnen, ob sie jemals als Lehrer arbeiten können werden. Deirdre Cassidy aus Galway ist eine von ihnen:

“Ich weiss nicht, ob die da oben es einfach verdrängt oder nicht den Mumm hatten, uns die Wahrheit zu sagen. In der Uni hat uns nie jemand erzählt, wie schwierig die Jobsituation da draussen wirklich ist. Noch letzten September, als ich zu meinen Abschlussprüfungen antrat, fragten meine Dozenten, wo ich hinterher arbeiten würde. Sie waren sich also wohl sicher, wir fänden alle eine Stelle. Aber natürlich habe ich keine Stelle, genausowenig wie meine Freunde.”

Zwar arbeite Cassidy im Moment als Springerin, diese Anstellung endet jedoch Ende des Schuljahres schon wieder. Ausserdem sei das auch keine dauerhafte Lösung. Als Springer zu arbeiten ist für Lehrer hart verdientes Brot, da sich die Klassen immer erst an neue Lehrer gewöhnen müssten und umgekehrt.

Eine andere Junglehrerin plagt aber noch ein ganz anders Problem: Jede Bewerbung kostet bares Geld. Da die wenigsten Schulen, auch heute noch, Internetbewerbungen annehmen, rechnet die junge Lehrerin Anita Foley mit 10 Euro pro Bewerbung, 300 hat sie allein letztes Jahr versandt. “Ich kann mir inzwischen nicht mehr leisten, weitere Bewerbungen zu versenden.”

Es gibt aber auch Optimismus. Alan Bedford aus Collock lobte jedoch den Geist der Konferenz und ist trotz allem zuversichtlich: “Ich spüre eine Stimmung, die Aufbruch verspricht. Es ging hier wirklich um uns, die Jungen. Die älteren Lehrer kämpfen nun auch für uns junge Kollegen.  Aber am wichtigsten war, dass wir endlich selber zu unserer eigenen Stimme gefunden haben.”

via: irishtimes.com
Bildnachweis: sxc.hu

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