Rot statt blau – William heiratet in Irish Guards-Uniform

29. April 2011 | Von | Kategorie: In aller Welt

Wochenlang hatte die Yellow Press über das Brautkleid von Kate Middleton, mittlerweile Catherine, Duchesse of Cambridge, spekuliert. Doch dass auch der Bräutigam mit seiner Bekleidungwahl überraschen würde, hatten die wenigsten auf ihrer Rechnung. Denn Prinz William trat nicht in der Uniform der Royal Airforce vor den Traualtar, sondern im strahlend roten Rock der Irish Guards.

Der Bräutigam im roten Waffenrock der Irish Guards, auf der Schärpe prangen die "Wings" der Royal Airforce

Manche Kameraden seien von Williams Uniformwahl enttäuscht gewesen, konnte man bereits während der Hochzeit im Internet lesen. Der bei der RAF als Hubschrauber-Pilot fliegende Sohn von Prince Charles hätte im blauen Zwirn der fliegenden Truppe die Ehe mit seiner Verlobten eingehen sollen, hieß es da – doch die Royal Airforce schaffte es nur in Form des Flügelsymbols an die blaue Schärpe der Paradeuniform der Irish Guards, in der William, frisch gebackener Duke of Cambridge vor den Traualtar in der Westminster Abbey trat.

Über den Grund, warum William für seine Vermählung nach dem roten Waffenrock des irischen Leibregiments gegriffen haben könnte, wurde schon von unzähligen Hochzeitsbeobachtern und Kommentatoren britischer Medien spekuliert. Hier einige der gängigsten Thesen:

1) Optik: Die rote Paradeuniform der Irish Guards sieht einfach schneidiger und eleganter aus, als der grau-blaue Dress der englischen Luftwaffe, der den Royal neben seiner bürgerlichen Gemahlin einfach hätte verblassen lassen.

2) Verbundenheit: Die Irish Guards waren das Lieblingsregiment der 2002 verstorbenen Queen Mum, die dem Regiment traditionell zum St. Patrick’s Day einen Besuch abstattete. Seit dem 10. Februar 2011 ist Prinz William Ehrenoberst der Irish Guards. Manche Kommentatoren hielten die Uniformwahl für ein ehrendes Zugeständnis an die eben erst kürzlich vom Einsatz in Afghanistan zurückgekehrten Soldaten der Irish Guards.

3) Politik: In wenigen Wochen wird die Queen als erste britsche Monarchin seit über 100 Jahren wieder Irland besuchen, das beim letzten Besuch eines englischen Königs noch Teil des Vereinigten Königreichs war. Politische Beobachter halten die Uniformwahl für einen Versuch im Vorfeld des Besuchs die engen Beziehungen zwischen London und Dublin zu betonen.

Und die Wahrheit – die liegt vermutlich irgendwo zwischen all den verschiedenen Spekulationen, wobei sich die Gaelnet-Redaktion am ehesten für das optische Argument erwärmen kann.

Das Leibregiment der Irish Guards besteht seit dem Jahr 1900 und wurde von Queen Victoria zum Gedenken an den Einsatz irischer Soldaten im Burenkrieg ins Leben gerufen. Die Paradeuniform der Irish Guards besteht aus dem bekannten roten Waffenrock und der Bärenfellmütze, an der die Irish Guards traditionell eine blaue Feder, die Farbe des “Order of St. Patrick”, tragen.

Zur Unterscheidung der Irish Guards von anderen Leibregimentern der Queen können auch die Knopfleisten der Uniformjacke herangezogen werden. Als viertes Leibregiment nach den Grenadier Guards, Coldstream Guards und Scots Guards tragen die Irish Guards die mit Krone und der irischen Harfe verzierten Uniformknöpfe immer in Viererreihen angeordnet.

Statt der von den zeremoniellen Wach- und Paradediensten bekannten Bärenfellmützen trug der Bräutigam Prinz William zur Uniform eine schwarze Schirmmütze mit einem achtzackigen Stern, dem Emblem des Order of St. Patrick und der Aufschrift des lateinischen, gerade auch im Hinblick auf die erfolgte Eheschließung bedeutungsvollen Regimentsmottos “Quis Separabit?” (“Wer wird uns trennen?”)

Bildnachweis: flickr.com / UK Ministry of Defence (CC-Lizenz)

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