Ärzte drohen mit Ende der Hausbesuche

2. Mai 2011 | Von | Kategorie: Gesundheit

Die irischen Ärzte haben im Zuge der Honorarhalbierungen für Hausbesuche am Wochenende angekündigt, dass diese Besuche mangels finanzieller Deckung bald der Vergangenheit angehören könnten.

Angaben der Irish Medical Organisation (IMO) zufolge bedrohe die Reduzierung des Honorars von 93,24 Euro pro Hausbesuch auf 45 Euro das Überleben vieler Hausärzte in ländlichen Gebieten. Außerdem sei mit einem Anstieg der Patienten in den Notaufnahmen zu rechnen, wenn die Hausärzte die Zahl ihrer Hausbesuche einschränkten.

Auf der Jahreshauptversammlung der IMO berichtete der in Mayo ansässige Arzt Ken Egan, er sei regelmäßig zu Bränden und allerhand anderen lokalen Fällen gerufen worden, weil der Rettungswagen aus Galway 30 Minuten für die Anfahrt nach Ballindine benötige. Dennoch werde er Patienten im Lichte der Gebührenreduzierung eher empfehlen einen Rettungswagen zu rufen “bevor ich für 45 Euro 30 Meilen fahre, was ich sonst für einen Termin in der Praxis bekomme. Ich sagen nicht, dass ich nicht zu Ihnen komme, weil ich kein Geld dafür bekomme, aber ich muss entscheiden zwischen dem Patienten, der zu mir in die Praxis kommt, und dem Hausbesuch – und ich werde für den Patienten, der zu mir kommt in der Praxis bleiben! Ich muss meinen Lebensunterhalt verdienen, ich muss eine Praxis betreiben und wenn es sicht nicht lohnt, muss ich das im Auge behalten.”

Der in Dublin tätige Hausarzt Ray Walley bezeichnete die Einschnitte als “grausame Zumutung für ländliche Ärzte” und könnte zu einem größeren Zurückgreifen auf den Rettungsdienst führen, der normalerweise pro Einsatz mit über 1000 Euro zu Buche schlage.

Die Lobbyorganisation Irish Rural Link, die Position für benachteiligte ländliche Gebiete ergreift, erklärte, Patienten hätten Anspruch auf eine Behandlung, ganz egal, was der Doktor bezahlt bekomme. Die Sprecherin Helen Dunne verwies darauf, dass mehr als 40 Prozent der Bevölkerung außerhalb der Großstädte lebten, viele davon ältere Mitbürger mit niedrigem Einkommen, “und egal wo diese leben, sie sollten nicht weniger Service erfahren als andere. Wenn sie krank und verwundbar sind, sollten sie beschützt werden”, sagten sie.

via irishexaminer.com
Bildnachweis: sxc.hu

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