Scharfe Klänge aus schottischer Ziegenhaut

8. Mai 2011 | Von | Kategorie: In aller Welt, Musik

Sie sind, der Natur ihres Instruments geschuldet, keine Freunde der sanften, leisen Töne. Mit einem neuen Album im Gepäck und jeder Menge Luft in den Lungen kamen die Red Hot Chilli Pipers am Wochenende in den Circus Krone nach München um die süddeutschen Bagrock-Fans außer Puste zu bringen. Mission fulfilled!

“Support” bedeutet eigentlich Unterstützung, also Hilfe bei etwas, was man alleine nicht fertigbringt. Insofern war nicht so ganz schlüssig, warum die Chillies, wie sie von ihren Fans liebevoll genannt werden, überhaupt eine lokale Vorgruppe namens “Drown ‘n Tears” benötigten, deren Sound ein wenig an den frühen Bon Jovi, der ausufernde Hüfteinsatz des Sängers an eine Hula-Hoop-Schülerin erinnerte.

Doch auf Münchner Blues Rock folgte alsbald schottischer BagRock und die be-rockten acht Mannen aus dem Norden der britischen Insel zeigten, was Kreativität und Traditionsverbundenheit hervorbringen können. Denn dass die Chili Pipers tief im musikalischen Erbe ihrer Heimat verwurzelt sind, zeigen nicht nur die Lebensläufe der Bändmitglieder – u.a. ein Doppelweltmeister, ein schottischer Musiker des Jahres – sondern auch die Auswahl des Liedgutes.

Da stehen verrockte Klassiker wie die Hills of Argyll gleich neben phänomenal ver-pipe-ten Chartstürmern wie dem Colplay-Ohrwurm “Clocks” oder dem auf dem neuen Silberling “Music for the Kilted Generation” gepressten “Chasing Cars” der ebenfalls schottischen Band Snow Patrol und auch “We will rock you”, das Lied mit dem in einer britischen Talentshow alles begann, darf natürlich nicht fehlen.

Trotz des Rufs eine mitreißende Live-Band zu sein, war der Münchner Gig der Chillies nur mittelmäßig gut besucht, doch davon ließen sich die Mannen um Stuart Cassells nicht entmutigen. Sie zogen alle Register und heizten den Anwesenden mit der Kraft ihrer Lungen und der Geschwindigkeit ihrer Handgelenke – Snare Drummer Steven Graham in Aktion ist alleine schon ein faszinierender Anblick – mit kraftvoll fetzigen Arrangements und zum Schmunzeln animierende Choreographien im Boygroup-Stil ein.

Einziger Wermutstropfen in einem unterhaltsamen und schwungvollen Zweistundenauftritt: Nach einem furiosen Finale verschwand die Band ohne weiter Zugabe hinter den Kulissen und letzte Hoffnungen der weiter klatschenden Fans wurden von abbauenden Roadies alsbald zerstört.

Anmerkung an den lokalen Veranstalter: Security-Mitarbeiter zu haben ist sicher notwendig und das Hausrecht auszuüben das gute Recht eines jeden Konzert-Veranstalters. Wenn dann aber die Mitarbeiter so schlecht bezahlt werden, dass ihnen jeder Schritt zuviel ist und sie vom Parkett aus mittels starker Taschenlampen Handyfotografen in der letzten Reihe zu blenden versuchen und dabei auch noch gleich 50 oder 100 andere Zuschauer in die Augen leuchten, die mit ihrem Eintrittsgeld Anspruch auf eine ungestörte Veranstaltung erworben haben, dann sollte man entweder die Bezahlung der Mitarbeiter oder aber die generelle Vorgehensweise überdenken.

Bildnachweis: Red Hot Chili Pipers

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