Kinderhilfswerk wirbt mit Schocker-Video

16. Mai 2011 | Von | Kategorie: Gesellschaft, Politik, Polizeibericht

Ein pensionierter Polizist und selber Überlebender von häuslicher Gewalt hat nun eine offizielle Beschwerde gegen ein schockierendes Werbe-Video gegen häusliche Gewalt eingereicht. Der Pensionär hat sich sowohl an die Irische Gesellschaft zur Verhinderung von Gewalt gegen Kinder “ISPCC” selber, als auch an das Aufsichtsorgan der Werbetreibenden Irlands “ASAI” gerichtet. Als ehemaliges Opfer häuslicher Gewalt zeigt sich Declan Keavaney tief erschüttert von dem Schocker-Video.

In der abstossenden Werbung, die eigentlich auf häusliche Gewalt gegen Kinder aufmerksam machen sollte, wird gezeigt, wie ein kleiner Junge geschlagen wird. Dabei sieht man, wie der Junge durch einen harten Schlag gegen einen Kühlschrank “fliegt”. Als das Kind zu Boden geht, tritt der Erwachsene, als Mann erkennbar, ihm ins Gesicht.

Pensionär Keaveney durchfuhr es wie ein Bltz, als er den Spot sah: “Das Erste, was mit auffiel: Dass ein Mann Gewalt ausübt. Das fand ich sehr verletzend und geschmacklos. Es existiert eine Tendenz, häusliche Gewalt und sexuellen Missbrauch bei den Männern zu ‘parken’. Nicht alle Männer sind Engel, aber die Täter finden sich auf beiden Seiten gleichermassen.”

Ebenso bestürzt zeigte sich inzwischen ein Kinderpsychologe im Gespräch mit dem irischen “Herald”: “Das war grauenhaft – mir hat es den Magen umgedreht.” Er habe nach dem Sehen der Werbung am ganzen Körper gezittert. “Dieses Video allein kann schon jemanden traumatisieren. Es sollte verboten werden.” Ausserdem wurde ausser Acht gelassen, dass ehemalige Opfer häuslicher re-traumatisiert werden können, wenn sie solchen Szenen völlig unvorbereitet beim Fernsehen ausgesetzt werden.

Das Kinderhilfswerk ISPCC verteidigt sein Video: Das Video würde nur widergeben, was man dort jeden Tag an schrecklichen Fällen erfahre. Ein Manager des Hilfswerks dazu: “Ja, es ist schrecklich anzusehen, aber man kann sich kaum ausmalen, wie schrecklich es erst für betroffene Kinder sein muss, so etwas durchleben zu müssen.” Der Manager meinte auch, es sei wichtig, sich des Themas anzunehmen, auch wenn durch die Werbung ehemalige Opfer verstört werden sollten: “Sicher wird es Erwachsene geben, die solch eigene Erlebnisse noch nicht verarbeitet haben. Aber sollten wir deshalb aufhören, auf das Thema aufmerksam zu machen? Ich glaube, nicht.

Für Hartgesottene hier das umstrittene Video:

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via: http://www.herald.ie/national-news/im-horrified-by-shock-ispcc-ad-abuse-victim-2647260.html

 

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