Was sagen die Iren zum Besuch der Queen?

19. Mai 2011 | Von | Kategorie: Gesellschaft, Politik

Der Terminplan der Queen ist heute mit einem Ausflug aufs Land und einer Party am Abend im Convention Centre Dublin eher entspannt. Ob die Stimmung der Iren ebenso entspannt ausfällt? Nach drei Tagen Staatsbesuch hat die BBC auf ihrer Internetseite die Kommentare von Iren angesehen und ein Stimmungsbild erstellt. Hier einige, nach Sicht der BBC, repräsentative Kommentare aus dem BBC-Forum:

Derekt Hanlon findet den Besuch der Queen angebracht:

“Ich war Montag in der O’Connell Strasse, so etwa eine halbe Stunde, bevor die Queen vorbeikommen sollte. Ich blieb spontan dort, um einen Blick auf sie zu erhaschen. Die Atmosphäre war ziemlich angespannt, am Ende der Strasse gab es Proteste. Ich glaube, als die Queen vorbeifuhr waren die Leute sich zuerst nicht sicher, ob sie applaudieren sollten oder eher nicht – aber dann standen doch alle auf und jubelten und applaudierten. In dem Moment war auch die Anspannung wie weggeblasen. Ich konnte die Queen sogar kurz sehen, als sie uns winkte und wir zurück – das war schon ein besonderer Moment für mich. Ich finde es prima, dass sie nach Irland gekommen ist. Ich lese die vielen negativen Kommentare von Sinn Fein, finde sie aber von gestern. Wir müssen jetzt voranschreiten. Ich glaube nicht, dass sich die Queen für irgendetwas entschuldigen muss. Ich hoffe einfach, dass sie sagen wird, es habe ihr in Irland gefallen.”

Sebastian Clare hatte sich etwas mehr von der Queen erwartet:

“Ich lebe jetzt seit 22 Jahren in Dublin. Ich denke, den Meisten ist der Staatsbesuch entweder egal oder sie finde ihn gut. Etwas gelitten hat die Zustimmung aber sicher durch das Verkehrschaos, das die Sicherheitsmassnahmen verursachen. Für mich selber kann ich sagen: Mit Staatsbesuchen von demokratisch gewählten Staatspberhäuptern habe ich kein Problem. anders ist es mit königlichem Besuch; ich lehne die Monarchie generell ab und empfinde es als unangebracht, wie man sich rund um den Besuch der Queen hier ‘verbiegt’ und vor ihr verbeugt. Immerhin haben wir uns einmal die Freiheit von dieser Monarchie erkämpft, daher finde das Ganze jetzt schon eher ironisch. Wo ich mir mehr erwartet hätte, war zum Jahrestag der Bombenattentate vom 17. Mai 1974 in Dublin und Monaghan. Wenigstens einen Nebensatz hätte sie dazu sagen können”

Gavin Doyle hofft auf eine bessere Nachbarschaft durch den Besuch:

“Die meisten Leute, die ich in Dublin kenne, sind für den Staatsbesuch. Einige halten ihn einfach für gut, um die Geschäfte anzukurbeln. Die meisten jedoch haben einen Sinn für Geschichte und halten den Besuch für längst überfällig. Ich selber finde sehr schade, dass die Menschen so ferngehalten wurden von den Strassen, duch die die Queen und der Duke von Edinbourgh fuhren. Wenn die Leute aber mal näher heran durften, konnte man sehen, dass wohlgesonnene Zuschauer den Protestlern 100:1 überlegen waren. Die Medien finden solche Aufrührer ja immer interessant, aber diese Leute sind einfach “Ewig-Gestrige”. Meine Sorge ist, dass die Botschaft der Berichterstattung negativ verzerrt sein könnte. Den Besuch der Queen im Garten der Erinnerung halte ich persönlich für sehr symbolträchtig. Auf jeden Fall wird durch den Besuch der Königin Irland wieder mehr ins Bewusstsein der Briten rücken, das finde ich gut.

via: BBC

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