230 Millionen Euro Plan: Neuer Hafen für Dun Laoghaire

10. Juni 2011 | Von | Kategorie: Dublin, Technik, Umwelt, Verkehr, Wirtschaft

Die Dún Laoghaire Harbour Company (DLH), Betreibergesellschaft des Hafens im Süden von Dublin, hat ein Aus- und Umbauprojekt für seine Hafenanlagen dem irischen Verkehrsminister Leo Varadkar vorgestellt. In den Investitionen von rund 230 Millionen Euro sind kulturelle Einrichtungen wie ein Diaspora-Zentrum ebenso vorgesehen wie Liegeplätze für Kreuzfahrtschiffe, Flächen für zusätzliche Dienstleister, gastronomische Betriebe und 300 Wohnhäuser vorgesehen. Seit heute kann auch die Öffentlichkeit die Pläne einsehen.

Dun Laoghaire ist vor allem als Fährhafen weithin bekannt, von hier fahren Schiffe nach England und Wales. 70 Prozent des gesamten Hafeneinkommens wurde bisher über einen Kunden, die Fährgesellschaft Stena Line erwirtschaftet.

In einem kürzlich neu unterzeichneten Zweijahresvertrag hatte das Fährunternehmen jedoch seine täglichen Fahrten ab Dun Laoghaire auf lediglich noch eine Verbindung zurückgefahren, mit dem Effekt, dass der Jahresumsatz des Hafens von bisher 7,2 Millionen Euro auf nur mehr 1,8 Millionen Euro fallen wird.

Eine Investition in die eigene Vielseitigkeit soll Abhilfe schaffen, neues Geld nach Dun Laoghaire locken und bis zu 1000 neue Jobs schaffen. Die ehrgeizigen Pläne zielen darauf ab, aus Dun Laoghaire einen “Anlaufpunkt von Weltrang in den Bereichen Seefahrt, Freizeit und Tourismus” zu machen.

Highlight des neuen Hafens soll das Diaspora-Zentrum werden, das sich am jüdischen Museum Berlin orientieren will. Bis zu eine Million Besucher sollen jährlich das Zentrum besuchen, das auf dem Carlisle Pier entstehen soll.

Der bisheriger Fährterminal soll im Rahmen der Umbaumaßnahmen abgerissen werden und so Flächen zu Wohn-, Gewerbe- und Freizeitnutzung freimachen. Durch die Maßnahmen würde laut DLH der Zugang zum Wasser für die Öffentlichkeit deutlich anwachsen, es würden neue Aufschleppen (Rampen um Boote zu Wasser zu lassen; Anm. d. Red.) zur allgemeinen Verfügung entstehen sowie eine neue Marina.

DLH-Chef Gerry Dunne verwies in Anwesenheit des Ministers auf vergleichbare, wirtschaftlich erfolgreiche Hafenprojekte wie das Albert Dock in Liverpool, die Hafen City in Hamburg oder den Darlin Harbour in Sidney. Für die Finanzierung soll sowohl auf Investoren als auch gemeinnützigen Organisationen mit Interesse an einem Diaspora-Zentrum gesetzt werden.

Ebenfalls essentieller Bestandteil der Finanzierung sind die geplanten 300 Wohneinheiten, gegen die jedoch schon Widerstand vor Ort spürbar wurde. Bei DLH geht man davon aus, dass das Projekt auch im “gegenwärtig angespannten Markt” realisierbar sein wird. “Das neue Hafenviertel wird sich gut verkaufen!”

Minister Varadkar begrüßte die Initiative der DLH und ermutigte alle beteiligten Parteien vor Ort sich positiv in den Prozess einzubringen. Dun Laoghaire sei schleißlich nicht nur ein erfolgreicher Wirtschaftshafen sondern auch der größte Freizeithafen des Landes, ein Ort mit reichhaltiger maritimer Tradition und der beliebtesten Seepromenade des Landes.

via Irish Times
Bildnachweis: flickr.com / William Murphy

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