Pferderetter in Irland

12. Juni 2011 | Von | Kategorie: In aller Welt, Umwelt

Pro Animale-Leiterin Natascha Wothke mit dem NDR-Fernsehteam (Quelle: pro-animale.de)

Nicht nur die Iren hat die Wirtschafts- und Immobilienkrise erschüttert, sondern auch ihre teuren Hobbies. Doch anders als die Golfschläger kann man sein Pferd nicht bis in zwei Jahren in der Abstellkammer “vergessen”. Eine Tierschützerin aus Schleswig-Holstein wurde vom NDR auf einer Rettungsmission nach Irland begleitet, um dort ausgesetzte Pferde vor dem Abdecker zu bewahren.

Die norddeutsche Gunda Erichsen reiste nach Galway auf einen Gnadenhof, wo die Tierschützer von “Pro Animale e.V.” sich um herrenlose Pferde kümmern. Die Organisation nimmt Pferde an, deren Besitzer beispielsweise sich nicht einmal mehr einen Ballen Heu für drei Euro leisten können, um ihr Tier zu füttern. Pferde, die ohne Stammbaum und Papiere “wild” gezüchtet wurden, haben es oft noch schwerer. So haben das NDR-Team und die Pferdeschützer allein während ihrer Dreharbeiten mehrere alleingelassene Pferde retten müssen, die auf fremdem Grund, ohne Wasser und Heu, fast gestorben wären. Ein gerettetes Pony hat Gunda Erichsen direkt ins Herz geschlossen und nach Deutschland mitgenommen: Ihre Tochter soll das Tier reiten.

Weitere, geschätzte, mehrere Tausend verwilderter Pferde und Ponys in teils erbärmlichem Zustand soll es in Irland noch geben. Diese Tiere sind sich selber überlassen, solange sie niemanden stören. Werden sie gefangen, kommen sie zunächst in eine staatliche Auffangstation. Dort kann der Eigentümer sein Tier innerhalb eines Monats gegen 300 Euro Auslöse wieder abholen – doch das passiert seit der Wirtschaftskrise immer seltener.

Die Reportage ist auf der NDR-homepage nachzuschauen, als stream.

via: NDR

Bildnachweis: mit Genehmigung von pro-animale.de

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11 Kommentare auf "Pferderetter in Irland"

  1. Bernd Biege sagt:

    Macht eine “Rettungsmission nach Irland” unter Medienbegleitung wirklich Sinn, wenn man für geringere Kosten genauso hilfebedürftige Tiere in Deutschland retten könnte? Wie so oft stellt sich die Frage: Für wen macht man die Aktion? Wirklich für die Pferde? Oder doch eher für sich selbst?

  2. Sven sagt:

    Ist die Frage, ob das ein Bernd Biege wirklich beurteilen kann… Aber auch das sollte jeder für sich entscheiden.

  3. Bernd Biege sagt:

    Habe ich etwas beurteilt? Nur Fragen aufgeworfen … zugegeben unbequeme Fragen.

  4. Der Wanderer sagt:

    Darf ich das dann beurteilen: eine dubiose Ego-Aktion im Gewand des Gutmenschentums, um nicht zu sagen : Großer Quatsch.

  5. Sven sagt:

    Das heißt, dass solche Aktionen, wie die, das Hunde aus Griechenland oder Rumänien geholt werden, ebenfalls Quatsch wären? Oder, ist es nicht einfach am Anfang ungewöhnlich und daher wirkt es einfach merkwürdig? Und jetzt soll mir keiner mit dem Argument kommen, dem Pferd in Form einer Salami würde es in Irland oder den USA besser gehen. Mal davon abgesehen, dass man den Begriff “Gutmenschentum” und deren Verwendung noch einmal überdenken muß: Ihr seid dann also “Schlechtmenschen”, folgere ich daraus?! Und zwar im ironischsten Sinne.
    Der Vergleich zu verwahrlosten Pferden in Deutschland ist by the way ebenso so hinkend, wie manch anderer Vergleich zwischen irischen und deutschen Verhältnissen.

  6. Der Wanderer sagt:

    Zur ersten Frage : ja.
    zur zweite: nein.
    “Gutmenschen” sind für mich Menschen, die nicht einfach geräuschlos gut sind oder versuchen, gut zu sein, sondern die ihr Gutsein wie eine Monstranz vor sich hertragen und versuchen im medialen Scheinwerferlicht möglichst hell zu strahlen. Bist du auch ein international engagierter Tierretter, Sven?

  7. Bernd Biege sagt:

    Selten bin ich mit dem Wanderer so sehr im geistigen Gleichschritt unterwegs gewesen …

  8. Sven sagt:

    sicher nicht, Wanderer

  9. Sven sagt:

    Der Bernd Biege hat doch immer wieder Freude, sich militärisch auszudrücken…Was versucht er damit zu kompensieren?

  10. Jo sagt:

    Hallo Sven,
    bitte: Wenn Du noch inhaltlich zum Thema anmerken möchtest, ok.
    Unsere Leser persönlich angreifen lassen wir uns hier nicht – bei aller Härte einer sachlichen Diskussion, versteht sich.

    Freundliche Grüsse,
    Die Gaelnet-Redaktion

  11. Padreig sagt:

    Es muss traurig sein einen Begriff wie Gutmensch als etwas Schlechtes oder gar Beleidigung zu nutzen. Es spricht nicht gerade für den jeweiligen Autor.

    Generell finde ich es gut, wenn jemand sich für etwas einsetzt, wenn es für Tiere in Irland oder sonst wo ist, soll er es doch bitte machen, wenn es seinen eigenen Ansichten entspricht.

    Allerdings sehe ich würde ich auch erst einmal jeden bitten “vor der eigenen Haustüre zu kehren”. Will meinen erst einmal schauen, ob man keine Hunde, Pferde oder sonst etwas in der eigenen Region retten kann, denn Tierheime und Tiermissionen sind leider überall überlaufen. :-(

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