Fünf Milliarden versickern in der Schattenwirtschaft

27. Juni 2011 | Von | Kategorie: Wirtschaft

Fünf Milliarden Euro, die eigentlich als Staatseinkommen in die irischen Kassen fließen sollten, versickern in der immer stärker anwachsenden Schattenwirtschaft. Diese Einschätzung veröffentlichte die Irish Small and Medium Enterprises Association (ISME) am Wochenende. Doch scheint es auch einen Silberstreif am Horizont zu geben.

Wenn der Staat spart und der Bürger sich geschröpft sieht, wächst die Schattenwirtschaft, Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Schmuggel gedeihen. Eine Schätzung der ISME schätzt dass zur Zeit bis zu fünf Milliarden Euro jährlich auf die eine oder andere Art und Weise am Fiskus vorbeigeschleust werden – Tendenz zunehmend.

Dabei geht ISME davon aus, dass sowohl Privatpersonen wie auch Unternehmen gleichermaßen sich an Schmuggel und Steuerhinterziehung bereichern und die Zahl der Fälle zunehmen wird. Mittlerweile beträgt der Anteil der Schattenwirtschaft an der irischen Gesamtwirtschaftsleistung nach Angaben der ISME rund 16 Prozent.

Als erste Schritte gegen ertappte Sünder empfiehlt die ISME drastischere Strafen, bessere grenzübergreifende Zusammenarbeit von Regierungsbehörden, sowie eine Reform des Steuer- und Sozialsystems zur Förderung legaler Beschäftigung.

“Seit das Land in der Rezession steckt, gab es einen deutlichen Anstieg von Aktivitäten der Schattenwirtschaft – mit katastrophalen Auswirkungen auf ordentliche Unternehmen. Als Konsequenz mussten schon hunderte Unternehmen schließen, tausende Jobs gingen in der Folge verloren”, beklagt ISME Vorstand Mark Fielding.

‘Der Grad illegaler oder unbeobachteter wirtschaftlicher Aktivität hängt immer von den Anreizen und Gelegenheiten zum Betrug ab. Es ist essenziell wichtig, dass die Regierung die Anreize reduziert, Geschäfte schwarz im Hinterzimmer abzuwickeln.” Steuersätze müssten auf den Prüfstand kommen, der Arbeitsmarkt dereguliert werden, so Fielding. Auch der Kampf gegen Sozialbetrug und der Bürokratieabbau steht auf der Vorschlagsliste der Mittelstandsvereinigung.

Bessere Nachrichten kommen von anderen Lobbygruppen. Nach einer neuen Umfrage Irish Business and Employers Confederation (IBEC) planen über 20 Prozent der irischen Arbeitgeber Neueinstellungen in den kommenden drei Monaten – eine Verdoppelung im Vergleich zur selben Zeit des Vorjahres. Und auch die Kleinunternehmen sehen den Silberstreif am Horizont: Die Schwesterorganiation der IBEC, die Small Firms Association, gab bekannt, dass erstmal seit 2009 die Zahl der Firmen, die einstellen wollen, diejenigen, die Entlassungen planen, übertroffen wird.

via RTÉ
Bildnachweis: sxc.hu

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Ein Kommentar auf "Fünf Milliarden versickern in der Schattenwirtschaft"

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