Greenfarm-Festival: Ein Wochenende voll Musik

28. Juni 2011 | Von | Kategorie: Jetzt lesen, Musik

Rund 3000 Besucher pilgerten am vergangenen Wochenende zum Greenfarm Festival in Hallbergmoos um in die Welt der traditionellen irischen Musik einzutauchen. Über 20 Bands, Tanzformationen und Einzelkünstler traten auf den verschiedenen Bühnen des Festival-Areals auf und sorgten selbst am regnerischen Samstag für Begeisterung unter den Besuchern. Unser Redaktionsmitglied Thomas Brütting und unser Freier Mitarbeiter Uwe Kubier haben sich unter die Besucher gemischt.

Samstagmittag, Bahnhof München Pasing: Ein kritischer Blick zum Himmel bringt noch keine Entwarnung. Grauen Wolken ziehen über den Bahnsteig, auch ein paar schwarze sind darunter. Was soll’s? Ich will zu einem Festival der irischen Musik und Irland ist schließlich nicht für seine tropischen Temperaturen weltberühmt.

Fünf Minuten im Shuttlebus bringen uns vom S-Bahnhof zum Hausler-Hof außerhalb von Hallbergmoos. Unter der Woche ist der Hof in Sichtweite des Flughafens ein Selbstvermarkterhof, am Wochenende locken regelmäßige Veranstaltungen vom Oldtimertreffen bis hin zu Musikfestivals Besucher an. Heute steht die “Greenfarm” ganz im Zeichen irischer Folklore. Nunja, nicht ganz – als zweiter thematischer Schwerpunkt steht amerikanischer Bluegrass auf dem Konzertprogramm.

Nach der Entrichtung des Eintrittspreises – fünf Euro sind hier fällig – steht zunächst die Orientierung auf dem Programm. Wo ist was, wer hat Getränke, wann singt wer wo und wo ist welche Bühne? Ein Programmheft gibt einen ersten Überblick und dann laufen wir den ersten irischen Klängen nach und landen im “Aer Lingus-Tent” wo gerade die Summerstorm Dance Company aus München ihr Können auf flinken Füßen präsentiert. Ausschnaufen von der Anreise, die Augen auf den Tänzerinnen ruhend ein Spezi genießen – ein würdiger Einstieg in einen langen Festival-Tag.

Nach einem Blick ins Programm geht’s erstmal zur “Irish Land”-Stage, wo vor einem grün-goldenen Werbebanner für irischen Käse “An Dorian” aufspielen. Die Bühne ist eigentlich ein großer überdachter Balkon, das Publikum sitzt im Biergarten unter Sonnenschirmen, die am Samstagnachmittag allerdings weniger Sonne als vielmehr Feuchtigkeit abhalten müssen. Doch das tut der guten Stimmung keinen Abbruch. Die Schirme stören sogar ein wenig, verwehren sie doch spätestens ab der Mitte des Publikums den Blick zur erhöhten Bühne und den Künstlern. Freier Blick zur Bühne gegen Trockenheit, eine schwere Wahl.

Weiter geht es mit Bluegrass-Gitarrist Paul Stowe auf derselben Bühne. Der Soundcheck des gebürtigen Amerikaners lässt anfangs noch Zweifel aufkommen, ob die Wahl richtig war. Doch der Soundtechniker weiß die richtigen Knöpfe zu drehen und sobald Paul Stowe in die Saiten greift, füllt sich der Biergarten zusehends. Der Mann weiß wie er seine Gitarre handhaben muss, dass das Publikum sich freut.

Wir müssen Stowe allerdings vorzeitig verlassen, denn unser Highlight des Tages sollen “Caladh Nua” werden, das Folk-Quintett aus dem Südosten Irlands, das in der Murphys Festival Hall seinen großen Auftritt hat. Mit dem Cider in der Hand und dem ganz und gar nicht irischen Schweinebraten auf dem Teller lauschen wir der Band, die auch schon Irlands Präsidentin Mary McAleese verzückte. Jigs, Reels und Balladen – die Mischung macht’s, das Publikum tanzt und klatscht und freut sich an der Musik.

Das ist auch die Idee, die hinter dem Festival steht, so Frank McLynn, der mit seinem 12-Mann-Team das Festival schon zum fünften Mal organisiert hat. “Wir machen hier keine Politik, es geht uns vor allem um irische Kultur und des Austausch mit anderen Kulturen”, so McLynn, der sich über den Zuspruch für das Festival freut und schon über das nächste Jahr nachdenkt. “Vermutlich werden uns da mit England beschäftigen”, verrät er jetzt schon, doch für Details ist es zwei Tage nach dem Greenfarm Festival 2011 noch zu früh.

Das Fazit für Gaelnet: Für Freunde der irischen Musik ist es ein tolles Event, das von einigen Enthusiasten auf die Beine gestellt wird. Für schlappe fünf Euro Eintritt erhält man jede Menge tolle Bands und Tanzgruppen präsentiert und auch die Kosten für Essen und Trinken sind angesichts der Portionsgrößen und Qualität moderat.

Einzige Wermutstropfen: Der angekündigte “Markt” beschränkte sich auf zwei Maler und einen Info- und Souvenirstand des deutsch-irischen Freundeskreises und war zu spätere Stunde plötzlich verschwunden. Und auch beim Shuttle-Bus lief nicht alles wie erwartet. Als am späten Abend mehr und mehr Leute die Heimreise antraten, befand sich lediglich nur noch ein 8-sitziger Bus im Einsatz. Die Folge: Am Ausgang bildeten sich Schlangen von Besuchern, die zu Ihrer S-Bahn wollten und sich teils hitzige Diskussionen mit dem unschuldigen Busfahrer lieferten.

Bildnachweis: Gaelnet.de / Uwe Kubier

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