HSE Chaos: Mädchen verpasst Leber-Transplantation

5. Juli 2011 | Von | Kategorie: Gesellschaft, Gesundheit

Die 14jährige Meadhbh McGivern aus Leitrim hätte letzten Samstag eine neue Leber bekommen können – Durcheinander und unflexible Abläufe im irischen Gesundheitsdienst HSE haben Meadhbh diese womöglich einmalige Chance verpatzt. Gesundheitsminister Dr. James Reilly bat die ganze Familie bereits um Entschuldigung. Eine Entschuldigung statt einem lebenswichtigen Spenderorgan – man möchte meinen, ein schlechter Tausch.

Inzwischen machte die für den Flug der jugendlichen Patientin nach London, wo die Spenderleber ihre Verpflanzung erwartete, klar, dass der HSE eine entscheidende Information nicht erwähnt hatte: Es handelte sich nämlich nicht um eine “Lebend-Transplantation”, sondern um das schnell verderbliche Organ eines soeben Verstorbenen Menschen. So suchten alle Beteiligten erst einmal nach der wirtschaftlichsten Art, Meadhbh und ihr neues Organ zusammen zu bringen, statt die schnellste Möglichkeit zu wählen.

So aber nahm die Tragödie ihren Lauf: Um 7:30 Uhr morgens meldete sich das King’s College Hospital bei EMMS, ein passende Leber für Meadhbh sei verfügbar. EMMS nahm den Fall an und gab das weitere Vorgehen ganz nach Protokoll, in die Hände des HSE. In Unkenntnis über die gebotene Eile fragte Emergency Medical Support Services “EMMS” zuerst bei der Küstenwache einen Helikopter an. Dieser hätte allerdings mit  mehreren Stunden Flugzeit plus zweimaligem Tankstopp auch schon kostbare Zeit verschwendet. Um 10 Uhr war erst klar, dass ein Helikopter frei war und sich die Familie auf den Weg zum Flughafen Sligo machen solle. Um 11:08 Uhr brach der Koordinator die Aktion ab, nachdem er sah, dass das Transplantat nicht mehr überleben würde, bis die Patientin einträfe.

Bei EMMS zeigt man Unverständnis für die laxe Information seitens des HSE: Statt der Küstenwache hätte man gleich ein Flugzeug kommen lassen, das die Familie und Meadhbh in Dublin aufgenommen und nach London geflogen hätte, hätte die Firma von der Verderblichkeit des Organs gewusst.

Ebenfalls unglücklich ist die Tatsache, dass laut Gesundheitsminister Dr. Reilly der Regierungsjet ebenfalls hätte genutzt werden können – hätte nur irgendjemand danach gefragt.

via: rte.ie
Bildnachweis: RTÈ

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