Shane, schöner… Pogues!

7. Juli 2011 | Von | Kategorie: In aller Welt, Musik

Mächtig Grund zum pogen gaben gestern Abend die “The Pogues” im “Zenith” in München. Die Folk-Punk-Paten um den irischen Sänger Shane McGowan gaben ihren etwa 1500 Fans in der über 90jährigen Werkshalle die volle Breitseite. In die eineinhalb Stunden Auftritt pressten sie die geballte Ladung ihrer besten Hits, 21 Songs non-stop. Junge Punks im Moshpit vor der Bühne wie auch Fans der ersten Stunde im hinteren Teil der Halle liessen die Band an diesem Abend nicht ziehen ohne zwei Zugaberunden aus den Punk-Senioren “herausgeschunden” zu haben.

20 Uhr, im Münchner Zenith: Etwa 1000 Fans warten schon in fröhlicher Stimmung in der ehemaligen Werkshalle der Bahn, holen noch ein Sandwich oder ein Bier. Eile ist nicht geboten an diesem Abend, es gibt keine Vorband und die Pogues sind nicht für pünktlichen Arbeitsbeginn verschrien. Es fallen die vielen Fan-Shirts auf, die das Publikum trägt: Von verwaschenen 80er Jahre Exemplaren, stolz getragen von Fans der ersten Stunde, bis zum eben noch am Merch-Stand ergatterten neusten Tour-Shirt.

Gegen 21 Uhr drängen sich dann alle Besucher in der Halle und die Pogues schlurfen lässig ein, greifen sofort zu den Instrumenten und lassen über dem Publikum einen Tsunami von “Streams of Whiskey” zusammenbrechen: Die Fans sind völlig aus dem Häuschen und die Party kann beginnen.

“If I should fall from grace with god” und “The broad majestic Shannon” beruhigen die Meute vor der Bühne dann fürs Erste. Ruhe braucht zu dieser frühen Stunde auch schon der Sänger: Shane McGowan setzt die darauf folgende Stunde jedes zweite Lied aus. Jeder anderen Band würde so etwas kein Publikum durchgehen lassen – die Fans sind aber schon froh genug, Shane nach seiner exzessiven Drogen- und Alkoholkarriere überhaupt wieder mit seinen Leuten auf der Bühne sehen zu können.

Peter Stacy an der Tin Whistle und Akkordeonspieler James Fearnley rudern und hetzen aber auf der Bühne herum, dass die Show einfach mit anderen Mitteln weiter-(be)-rauscht. Nach gut über einer Stunde und einem letzten Aufbäumen der älteren Herren mit “The sick bed of Cúchulainn” lassen es die Pogues mit “Rainy night in Soho” ruhig ausklingen. Unter lautstarkem Applaus und Jubel verabschieden sich die Pogues vom Publikum und verziehen sich hinter die Bühe.

So hatten die Fans jedoch nicht mit der Band gewettet, man kennt alle Lieder auswendig und weiss, man hat noch ein paar Hits an diesem Abend nicht angestimmt. Ein paar Minuten Durchatmen später schlurfen die Pogues wieder nach vorn, unter donnerndem Beifall und Gejohle. Die Zugabe diesen Abend: “Irish Rover”, “Poor Paddy on the railway” und “Fiesta”, wobei es sich Peter Stacy, wie üblich, nicht nehmen lässt, ein Tablett und seinen Kopf als alternative Percussion zu benutzen. Als sich Sänger Shane von diesem Unfug anstecken lässt, wissen die Fans, das wars – sie verabschieden die überraschend knackig klingenden Pogues unter riesigem Jubel.

In der nächstgelegenen Halle spielte übrigens gleichzeitig Snoop Dogg – von dort war ähnliche Begeisterung jedoch nicht zu hören – sicher nur eine Sache der Schalldämmung…

Bildnachweis: Gaelnet.de / Wolfgang Hölzle

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