“Gefälschter Kabeljau” – mit Billigfischen Kunden ködern

15. Juli 2011 | Von | Kategorie: Essen & Trinken

Ein echter Kabeljau (Gadus morhua)

Man fühlt sich erinnert an den Fischhändler “Verleihnix” aus den Asterix-Comics, wenn man die Ergebnisse einer Studie liest: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass 28 Prozent des als Kabeljau angebotenen Fischs in Wahrheit zum viel billigerer Fisch ist, zum Beispiel Pollack. Der weithin unbekannte Verwandte des Kabeljaus, ebenfalls aus der Dorschfamilie, schmeckt zwar ebenfalls gut, aber das Fleisch ist trocken. Daher wird er eigentlich, als Beifang angesehen und nicht verkauft.

Die Food Safety Authority of Ireland “FSAI” analysierte für ihre Untersuchung Fischproben Händlern aus ganz Irland. Insgesamt fanden die Wissenschaftler in jeder fünften Probe falsch deklarierten Fisch vor. Die schlimmsten Zahlen lieferten die Schnellimbisse. Dort sind die Ergebnisse noch schlechter.

Die FSAI warnte nun Fischhändler davor, vorsätzlich Fisch “unter falscher Flagge” anzubieten. Man würde mit aller Gesetzeshärte gegen Betrüger vorgehen: “Wenn ein Kunde ein Stück Kabeljau will, sollte auch ein Stück Kabeljau in seiner Tüte landen, nicht irgendwas Anderes.”

Fast alle ertappten Proben von falschem Kabeljau waren geräuchert, paniert oder frittiert. Das überrascht nicht, denn damit lenken die Schummler ab vom Kabeljau-untypischen Aussehen, Geruch und Geschmack ihrer Mogelpackungen, sagte der Leiter der Studie, Dr. Stefano Mariani vom Biologie-Institut der Universität Dublin.

Erschreckend auch, was Dana Miller, die mit dieser Untersuchung ihren Doktortitel an der Universität Dublin erreichen möchte, weiter zu Tage förderte: “Mit Gen-Untersuchungen an den frischen Proben aus Supermärkten haben wir herausgefunden, dass der gefährdete atlatische Kabeljau (Gadus morhua) als ungefährdeter pazifischer Kabeljau (Gadus macrocephalus) angeboten wurde.” Diese Falschinformation der Verbraucher kam allerdings nur bei einer einzigen Supermarktkette vor, dafür in all deren untersuchten Proben. Die betroffene Supermarktkette hat Geschäfte sowohl in Irland als auch England.

Wenn der Kabaljau also nächstes Mal zwar lecker, aber trocken, ist, misstrauisch sein. Womöglich liegt hier Pollack oder irgend ein anderer Fisch auf dem Teller. Der erfahrene Konsument weiss aber sowieso, für beste Qualität nur: “Fisch frisch aus Lutetia!”

via: irishexaminer.com

Bildnachweis: flickr (by Joachim S. Müller)

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