Irland spricht sich gegen neues EU-Fischereirecht aus

20. Juli 2011 | Von | Kategorie: Wirtschaft

Irland hat sich gegen die Pläne der EU ausgesprochen, Fischereirechte an die Eigner von Trawlern zu verpachten und ein Verbot des Überbordwerfens von Fisch auf hoher See auszusprechen. Stattdessen will der zuständige Minister Simon Coveney in Zusammenarbeit mit Frankreich eigene Pläne zur Rettung der Fischerei vorlegen.

Seit Jahren gehen Fischbestände in den Meeren dramatisch zurück, Fischquoten regeln den Fang auf See. Es gibt aber wie so oft schwarze Schafe, die die Quoten mißachten oder einfach alles aus dem Wasser ziehen, was sie kriegen können und den wertlosen Beifang wieder über Bord werfen. Dem will die EU mit Hilfe eines Gesetzes, das das Überbordwerfen von Ausschuss verbietet, einen Riegel vorschieben.

Die Reaktionen auf den EU-Vorstoß bei einem Ministertreffen in Brüssel waren gemischt, Irlands zuständiger Minister Simon Coveney wies den Plan einer neuen gemeinsamen Fischereipolitik zurück und will einen Alternativplan vorlegen, zu dem er auf die Unterstützung Frankreichs und auch Deutschlands setzt.

Hauptstreitpunkt war die Erlaubnis an die Mitgliedsstaaten Fischquoten für ihre Gewässer zu erlassen und auf bis zu 15 Jahre befristete Fischereirechte and die Eigner im Lande registierter Boote zu vergeben. Coveney sagte, er stimme zu, dass etwas gegen das massive Abkippen von nicht quotiertem Fisch und Jungfischen etwas unternommen werden müsse.

“Aber sich in Partnerschaft mit der Industrie von der politischen Entscheidungsfindung zu entfernen, Quoten zu erstellen und dem Markt zu erlauben, diese Quoten bei kleineren Flottengrößen zusammenzuführen, ist der falsche Weg”, so Coveney. Es sei schlicht nicht möglich, ausreichende Schutzmechanismen einzuführen, um zu verhindern, dass die Fischquoten bei fremden Eigentümern landen.

Coveney wandte sich auch gegen ein mögliches Verbot, nicht von der Quote abgedeckte Fische, an Ort und Stelle wieder über Bord zu werfen. EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki hält das Verbot für den besten Weg um zu eruieren, welche Fische de facto gefangen werden, und so die Quote richtig durchzusetzen.

Ein alternativer Weg der Durchsetzung wären Kameras an Bord, wie es in Dänemark, Norwegen, den Niederlanden und Schottland in einem Pilotprojekt gerade erprobt wird – doch auch hier würden Fischer Coveneys Meinung zufolge Mittel und Wege finden, Fische unbeobachtet über Bord zu werfen.

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via irishexaminer.com
Bildnachweis: flickr.com / Let ideas compete

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