Vatikan weist Murphy-Vorwürfe zurück

20. Juli 2011 | Von | Kategorie: Cork, Politik, Religion

Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung des Murphy-Berichts über die Vorgänge in der Diözese Cloyne hat sich der Vatikan in Forme einer ersten, persönlichen Stellungnahme seines Pressesprechers zu Wort gemeldet. Frater Federico Lombardi wies die Behauptungen zurück, der Vatikan hätte die irischen Bischöfe angewiesen, Informationen über Mißbrauchsfäller zurückzuhalten. Vielmehr habe man den irischen Bischöfe nahegelegt, sich der weltlichen Justiz nicht in den Weg zu stellen.

Die Aussagen könnten gegensätzlicher nicht sein. Ein Brief des apostolischen Nuntius hatte 1997 einen Beschluss der irischen Bischofskonferenz, Informationen über Mißbrauchsfälle verpflichtend sofort an die Behörden weiterzuleiten, zum “Study Document” erklärt und den Bischöfen nahegelegt, das Dokument nicht als Weisung anzusehen, da es dem Kirchenrecht zuwiderlaufe.

Der von Radio Vatikan verbreiteten Aussage Lombardis zufolge habe der Präfect der Kongregation des Klerus, Kardinal Castrillion Hoyosman auf einem Treffen der irischen Bischofskonferenz in Rosses Point den Standpunkt vertreten, dass weder die Kirche noch ihre Priester die zivile Justiz behindern sollten.

Außerdem, so Lombardi weiter, wurde der Kongregation des Klerus damals mitgeteilt, dass es sich bei dem angesprochenen Papier der irischen Bischöfe tatsächlich um ein Arbeitsdokument eines Komitees gehandelt habe und nicht um eine abgestimmte Position der Bischofskonferenz. Die Antwort der Kongretagtion sei zudem keine Aufforderung zum Bruch irischen Rechts gewesen, da es zur damaligen Zeit keine gesetzliche Pflicht zur Meldung von Mißbrauchsfällen gegeben habe.

Die Opfergruppe “One in Four” bezeichnete die Stellungnahme Lomabrdis als völlig unangemessen und als Versuch, die Ermittlungsergebnisse des Cloyne-Berichts zu bestreiten. “Frater Lombardis Erwiderung entbehrt jeglicher Substanz und sei Bestandteil jener Ablehnung des Vatikans anzuerkennen, dass die Kultur der Loyalität und Geheimhaltung, die den sexuellen Mißbrauch von Kindern ermöglichte, sich weit über die irische Kirche ausdehnte und von der offiziellen Politik des Vatikans unterstützt wurde” erklärte die Vorsitzende der Initative Maeve Lewis.

“Als ob es des Beweises noch bedurft hätte, zeigt dieses Statement, dass die Behauptung des Vatikans, die Sicherheit von Kindern stünde an erster Stelle, jeglicher Glaubwürdigkeit entbehre”, so Lewis weiter.

via irishexaminer.com
Bildnachweis: flickr.com / David Ohmer (CC-Lizenz)

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