Posse: Galways Stadtrat will Norris nicht anhören

21. Juli 2011 | Von | Kategorie: Politik

Der unabhängige Präsidentschaftskandidat und Gay Rights-Aktivist Senator David Norris hatte nach dem Willen Galways Bürgermeisterin Hildegarde Naughton nicht vor Galways Stadtrat sprechen dürfen. Mittlerweile windet sie sich sich, jetzt stellen sich jedoch die Stadträte quer. 

Fine Gael Bürgermeisterin Naughton lehnte die Bitte Norris ab, vor dem Stadtrat für seine Kandidatur zum Präsidenten Irlands werben für dürfen. Fine Gael stellt nämlich selber einen Kandidaten bei dieser Wahl: Gay Mitchell. Bei den bestehenden Mehrheitsverhältnissen in Galway Cities Stadtrat bestand jedoch für Mitchell nie eine Gefahr gegenüber Norris. Den unabhängigen Kandidaten nicht im Rathaus sprechen zu lassen, sieht so ganz nach schlechtem Stil aus. Zudem wurden Vermutungen laut, dass es dabei auch um Norris Rolle als Bürgerrechtler und bekennender Homosexueller ginge.

Inzwischen ist der Bürgermeisterin die Sache offenbar selber unangenehm: Nach wochenlanger Kritik an Naughton überzeugte sie nun die nötigen acht von 15 Stadträten, eine neue Sitzung anzusetzen, um dort den “Maulkorberlass” gegen Norris zu revidieren. Um die Entscheidung allerdings aufzuheben, fehlen ihr weitere zwei Stimmen. Die restlichen Stadträte jedoch wollen bisher an der einmal gefällten Entscheidung festhalten.

Allerdings würde es David Norris auch kaum nutzen, in Galway sprechen zu dürfen: Die Mehrheit im Stadtrat würde ihm so oder so die Empfehlung zum Präsidentschaftskandidaten verweigern. Die Empfehlungen braucht er jedoch, um überhaupt zur Wahl antreten zu dürfen. Bisher hat er von 20 vergeschriebenen Empfehlungen 13. Bei einer Pressekonferenz beklagten mehrere seiner Unterstützer, diese Art der Nominierung sei undemokratisch. Norris selber gab sich zuversichtlich, die nötigen Stimmen noch zu erreichen.

Momentan führt David Norris den Wahlkampf, nach der neuesten Umfrage welche die Irish Times bei den Demoskopen von Ipsos MRBI in Auftrag gegeben hatte, mit 25 Prozent der Stimmen. Fine Gaels Gay Mitchell folgt dichtauf mit 21 Prozent. Der Labour-Kandidat Michael D. Higgins kann mit 18 Prozent noch mithalten, der Rest sind Aussenseiter im Rennen um die Präsidentschaft.

Breitere Bekanntheit erlangte David Norris, als er 1993 erfolgreich gegen die Illegalität der Homosexualität in Irland vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zog. 1983 hatte der Supreme Court Irlands noch gegen ihn entschieden und Homosexuelle mussten bis zu Norris Erfolg noch weitere zehn Jahre in Irland im Untergrund bleiben.

via: advertiser.ie , irishtimes.com , rte.ie

Bildnachweis: flickr (by Dermod Moore)

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