Finucane-Mord: Witwe beklagt Verschleppung der Untersuchung

26. Juli 2011 | Von | Kategorie: Nordirland, Polizeibericht, Recht

Die Familie des 1989 von loyalistischen Paramilitärs ermordeten Anwalts Pat Finucane hat die Britische Regierung beschuldigt, die Entscheidung über eine öffentliche Untersuchung gezielt hinauszuzögern. Erste Untersuchungen des Mordes hatten Hinweise darauf ergeben, dass das Verbrechen von nordirischen Sicherheitsorganen gefördert und die Täter anschließend gedeckt worden war.

Geraldine Finucane, die Witwe des Anwalts erklärte, der Fall ihres Mannes sei ohne angemessene Erklärung vertagt worden, obschon ihr Nordirlandminister Owen Paterson Anfang des Jahres versprochen habe kurz vor einer Entscheidung zu stehen. “Minister Paterson hat mir zugesagt, seine Entschiedung nach der Wahl zur nordirischen Assembly fällen zu wollen”, so Geraldine Finucane, die sich enttäuscht vom Bruch des Ministerversprechens und der fehlenden Begründung für die Verzögerung zeigte.

“Weder ich noch der Rechtsbeistand unserer Familie haben irgendeine Benachrichtigung über eine Vertagung der Entscheidung bis nach der Sommerpause des Unterhauses erhalten”, erklärte die Witwe. “Das ist ein unhaltbares und unsensibles Vorgehen und bestätigt mich in meinem Glauben, dass die Hinhaltetaktik weitergeführt wird.”

Der Anwalt Pat Finucane war als Bruder von mehreren IRA-Aktivisten und Verteidiger der IRA-Ikone Bobby Sands ein Kristallisationspunkt der republikanischen Rechtsbeistände. Im Februar 1989 stürmte ein Killerommando der Ulster Defence Asssociation (UDA) das Haus Finucanes und streckte den gerade mit seiner Familie beim Abendessen sitzenden Juristen mit 14 Schüssen nieder. Bereist kurz nach dem Mord wurden Anschuldigungen über eine Verwicklung britischer Sicherheitsorgane in das Verbrechen laut. Demzufolge sollen die Sicherheitskräfte die Täter aufgestachelt haben und anschließend deren Spuren verwischt haben, eine Ansicht, die der ehemalige Leiter der Metropolitan Police Lord Stevens bestätigte. Seiner Aussage zufolge habe es vielfache Hinweise auf ein Zusammenwirken von Polizei und Attentätern gegeben.

via breakingnews.ie
Bildnachweis: Wikipedia

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