Hiobsbotschaft in An Posts Briefkasten

3. August 2011 | Von | Kategorie: Politik

Gestern hat Präsidentin Mary McAleese ein Gesetz unterschrieben, das Irlands staatlichen Postdienst “An Post” einem freien und vollen Wettbewerb zu privaten Konkurrenten unterwirft. Der Communications Regulation (Postal Services) Act 2011 setzt damit die geltende EU-Richtlinie zu Postdienstleistungen um.

Kommunikationsminister Pat Rabbitte sagte dazu: “Die Ratifizierung der Richtlinie ist ein wichtiger Meilenstein. Das Gesetz soll den Postsektor weiterentwickeln und stellt eine faire und ausgewogene Vorgehensweise bei der Liberalisierung sicher.” Minister Rabbitte stellte ebenfalls fest, dass nicht nur der kommende Wettbewerb auf den irischen Postmarkt An Post herausfordern werde, sondern auch die nachlassende Menge an Briefen. Seit 2008 habe die Zahl versandter Briefe um 20 Prozent abgenommen. Dies macht den vorher An Post allein verfügbaren “Kuchen” zusätzlich kleiner.

Der Minister erklärte daher: “Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um sowohl Postmanagement als auch Postgewerkschaft zur Kooperation aufzufordern. An Post muss sich breiter aufstellen und neue Produkte und Services anzubieten.”

Einiges ist im neuen Gesetz erstmalig in Irlands Postsektor schriftlich festgehalten, wenngleich nicht Alles neu ist. Zum Beispiel wird eine tägliche Postauslieferung an jeder Adresse Irlands garantiert. Dieser Punkt richtet sicher aber wohl eher an neue Konkurrenten, die sonst nur Ballungsräume beliefern wollen würden. Zweitens wird ein Qualitätsmanagement eigenrichtet. An Post muss ausserdem die nächsten 12 Jahre die Aufrechterhaltung eines universellen Postservice sicherstellen.

Was hat aber die Post vom neuen Gesetz? Eigentlich nur Einschränkungen, da sie auch noch Konkurrenten anbieten muss, ihre Dienstleistungen ebenfalls in Anspruch nehmen zu dürfen. Eine zusätzliche Preisobergrenze für Poststücke wird zusätzlichen Druck ausüben.

In der Praxiskönnte es darauf hinauslaufen, dass Privatunternehmen die profitablen Ballungsräume mit Dumpingangeboten besetzen, während An Post auf dem Land und den Inselchen rund um Irland Konkurrenzsendungen ausliefern muss, ohne sich über höhere Preise refinanzieren zu können. Kundenklagen aus allen Ländern, die eine solche Liberalisierung bereits hinter sich gebracht haben, sprechen eine deutliche Sprache.

via: merrionstreet.ie
Bildnachweis: geograph.org.uk / Kenneth Allen

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