Iren begrüßen Schließung von Sellafield-Brennelementewerk

5. August 2011 | Von | Kategorie: Politik, Umwelt, Wirtschaft

Der Atomkomplex von Sellafield.

Die angekündigte Schließung der MOX-Brennelemente-Fabrik im englischen Sellafield ist von irischen Anti-Atomkraft-Aktivisten begrüßt worden. Nach Betreiberangaben war nach dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima die Nachfrage an Brennelementen rapide zurückgegangen. Die Atomkraftgegner fordern nun ein Umdenken in Sellafield.

2001 war die SMP, die Sellafield Mox Plant zur Herstellung von Mischoxid-Brennelementen (Brennelemente, denen neben reinem Urandioxid ein weiteres Oxid zugefügt wird, meist Plutoniumdioxid; Anm. d. Red.) in Betrieb gegangen. Seit der Öffnung, war die Anlage ein Zuschußbetrieb gewesen, die bis 2009 schon über eine Milliarde Pfund an Steuergeldern verschlungen hatte.

Nun sind es die Kostengründe, die das Aus für die Anlage bedeuten, denn seit der Reaktorhavarie in Fukushima, wo aus dem dort verwendeten MOX-Brennelementen auch das hochgefährliche Plutonium in die Umwelt freigesetzt worden war, ist die Nachfrage signifikant zurückgegangen, so dass dem Steuerzahler die Kosten nicht mehr zuzumuten gewesen wären.

Die zuständige Nuclear Decommissioning Authority, deren Tochterfirma die SMP ist, hatte am Mittwoch erklärt, die Fabrik an der Küste von Cumbria “zum frühest praktikablen Zeitpunkt” schließen zu wollen. Die 600 Arbeitsplätze sollen sukzessive in den kommenden Monaten abgebaut werden. Mit Blick auf die Proteste der Atomkraftgegner im eigenen Land und über der irische See hieß es vom Betreiber, die Schließung sei eine rein wirtschaftliche und auf die MOX-Brennelementefabrik beschränkte Entscheidung.

Die Aktivisten in Irland, nur durch die irische See von Sellafield getrennt, begrüßten die Entscheidung, das Werk zu schließen. “Wir freuen uns über den heutigen Entschluss”, erklärte der ehemalige grüne Senator Mark Dearey aus dem County Louth. “Die MOX-Brennelementefabrik hat wesentlich zu den durch Sellafield verursachten Emmissionen und gestiegenen Risiken für die Gesundheit beigetragen.”

Dearey verwies auf die massiven Verluste der Anlage, die Ereignisse in Fukushima wären nur “der letzte Nagel zum Sarg” des Werkes gewesen. Der ehemalige Senator forderte jedoch eine Überprüfung der Zukunftsplätze für Sellafield. “Sellafield wird nie geschlossen werden können, die Abfälle werdendort bleiben müssen. Es müssen jetzt aber Pläne entwickelt werden, wie diese Abfälle sicher gelagert werden können. Und mit der Wiederaufbereitung muss Schluss sein!”

via irishtimes.com
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