Farmerkrieg endet im Knast

13. August 2011 | Von | Kategorie: Limerick, Menschliches, Polizeibericht, Recht

Ein kurioser Nachbarschafts- und Erbstreit im westlichen County Limerick hat dazu geführt, dass Gardai die Überführung von fünfzehn Kühen auf eine neue Weide überwachen mussten, während der Eigentümer wegen Mißachtung eines Gerichtsbeschlusses im Gefängnis sitzt.

Rathcahill im Westen des County Limericks hat abgesehen von der N21, die Limerick und Tralee verbindet, nicht viel. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt, auf den von Hecken durchzogenen Wiesen weiden Rinder.

Hier in Rathcoole lebten die Brüder Eddie und Matt Roche, beide Junggesellen, mit ein paar Milchkühen und ihren Windhunden auf 40 Acre Land. Matt starb 2002, sein Bruder Eddie zwei Jahre später – und damit begann das Unheil, denn Eddie hatte kein Testament gemacht.

Ein Neffe der Brüder namens Eamonn Roche wurde in Vertretung der 12 Neffen und Nichten zum Verwalter des Grundstücks ernannt, doch Danny Doherty, ein Nachbar der Brüder wollte die Situation nicht akzeptieren und focht die Erbregelung an.

Doherty erhob Anspruch auf das Roche-Land, schließlich hätte er den Brüdern bei der Farmarbeit geholfen und die Windhunde ausgeführt, wofür ihm die Brüder versprochen hätten, er solle das Land nach ihrem Ableben erben. Um seinen Anspruch auch praktisch durchzusetzen, führte Doherts seine eigenen Rinder auf das Land.

Der Fall landete vor Gericht, doch Dohertys Anfechtung des Erbes wurde von einem Berufungsgericht verworfen, und auch eine Instanz höher beim High Court erging es Doherty keinen Deut besser. Dennoch beließ er die Kühe auf dem Land der Roches, eine Entscheidung, die ihn seine Freiheit kostete, denn der Richter ordnete für die Mißachtung der Gerichtsorder Haft an.

Nach einer Woche im Gefängnis verweigerte Doherty in einer weiteren Sitzung des Berufungsgerichts jegliche Einsicht und die Anerkennung eines Zutrittverbots zu dem Grundstück so dass die Richterin eine Fortdauer der Haft anordnete – bis Doherty seine Meinung geändert habe.

Der letzte Akt des Streits erfolgte diese Woche. Eskortiert von sieben Beamten der Garda aus Abbeyfeale wurden die 15 auf dem Roche-Anwesen grasenden Kühe von Danny Doherty zurück auf Doherty-Land gebracht – doch selbst aus dem Knast heraus erwies sich Danny Doherty als Plagegeist. In der Zufahrt zum Grundstück war ein Steinhaufen aufgeschüttet, in dessen Mitte ein Geländewagen geparkt war. Auf dessen Windschutzscheibe verkündete ein Schriftzug “Landstreit Danny Doherty”.

Mit Unterstützung eines Baggers verschafften sich die Beamten Zugang zur Farm, die Tiere wurden verladen und begleitet von drei Garda-Einsatzfahrzeugen auf die Doherty-Farm gebracht.

via irishexaminer.com
Bildnachweis: flickr.com / Fiona MacGinty (CC-Lizenz)

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